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Julian Burgert
Kurz notiert

FDP

Aus den Reihen der FDP treten insgesamt 24 Abgeordnete nicht mehr an.

Wolfgang Gerhardt

ist einer von ihnen. Der 69-Jährige war 19 Jahre Mitglied des Bundestages und zuvor schon in der Landespolitik in Hessen aktiv. Ab 1995 war Gerhardt Bundesvorsitzender seiner Partei, bis er 2001 von Guido Westerwelle abgelöst wurde. Auch Fraktionsvorsitzender der Liberalen war Gerhardt, von 1998 bis 2006. Im Bundestag etablierte sich Gerhardt als Außenpolitiker, im Falle eines schwarz-gelben Siegs bei der Bundestagswahl 2002 wurde er als potenzieller Außenminister gehandelt. Nach seinem Ausscheiden wird der promovierte Erziehungswissenschaftler der Politik allerdings treu bleiben: Den Vorsitz der "Friedrich-Naumann-Stiftung" behält er.

Jörg van Essen

ist seit 23 Jahren für die Liberalen im Deutschen Bundestag, davon 19 Jahre als Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Der Jurist kam immer über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Bundestag. Nun sei es Zeit, das Feld den Jüngeren zu überlassen, sagt der 66-Jährige und tritt nicht wieder an.

Elke Hoff

kandidiert ebenfalls nicht mehr. Die 56-Jährige aus Neuwied ist seit 2005 Mitglied des Bundestages. Hier war sie von 2005 bis 2009 Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion für Abrüstungspolitik und seit 2009 für Sicherheitspolitik. Hoff zog immer über die Landesliste Rheinland-Pfalz in das Parlament ein.

Bündnis 90/Die Grünen

Bei Bündnis 90/Die Grünen kandidieren fünf Abgeordnete nicht mehr für den Bundestag.

Krista Sager

hat sich mehr als 30 Jahre für grüne Ziele engagiert, davon elf Jahre als Bundestagsabgeordnete. In ihrer ersten Legislaturperiode war sie Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Heute ist die Hamburgerin Sprecherin für Wissenschafts- und Forschungspolitik. Sager kämpfte für die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften, auch in ihrer Funktion als Senatorin für Gleichstellung in ihrer Heimatstadt. Um eine Kampfabstimmung im Wahlkreis zur Kandidatin gegen ihre Freundin Anja Hajduk zu vermeiden, hört Sager nun auf.

Wolfgang Wieland

hört ebenfalls auf. Der Jurist aus Berlin war lange Zeit in der Landespolitik tätig, saß seit 2005 im Bundestag. Hier war er Innenexperte der Grünen und Obmann seiner Partei in vielen Untersuchungsausschüssen, unter anderem auch im NSU-Untersuchungsausschuss.

Die Linke

Ebenfalls fünf Abgeordnete treten bei den Linken nicht mehr an.

Ulrich Maurer

geht nach 44 Jahren politischer Aktivität auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene in den Ruhestand. Seit 1969 war Maurer SPD-Mitglied, 2005 trat er jedoch aus Protest gegen die Agenda 2010 aus der Partei aus und schloss sich den Linken an. Die nominierten den Stuttgarter als Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg und er zog in den Bundestag ein. Der Jurist wurde zum Parlamentarischen Geschäftsführer der Bundestagsfraktion gewählt, seit 2009 ist Ulrich Maurer auch stellvertretender Vorsitzender der Fraktion. Nun hört der 65-Jährige auf.

Lukrezia (Luc) Jochimsen

kam erst spät in die Politik. Die promovierte Soziologin arbeitete jahrelang als Journalistin, war Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks. Erst 2002 wurde die Nürnbergerin in der Politik aktiv, als unabhängige hessische Spitzenkandidatin der Linken. Die Partei scheiterte damals jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde, deshalb zog Jochimsen erst vier Jahre später in den Bundestag ein. Nun hört sie aus Altersgründen auf. 2010 wurde sie als Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten aufgestellt, dem Höhepunkt ihrer politischen Laufbahn. In der Wahl unterlag sie aber Christian Wulf (CDU).

Aus Politik und Zeitgeschichte

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