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Bernd Haunfelder
Trauer um Walter Wallmann

Der ehemalige Bundesumweltminister und hessische Ministerpräsident Walter Wallmann ist tot. Er starb am 21. September, wenige Tage vor Vollendung seines 81. Lebensjahrs.

Der promovierte Jurist, zeitweilige Richter und Rechtsanwalt aus Frankfurt am Main trat 1960 der CDU bei, war Mitglied des Deutschlandrats der Jungen Union und amtierte von 1966 bis 1974 als Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Marburg. 1967 übernahm er das Amt des Bezirksvorsitzenden der CDU Mittelhessen, stand von 1982 bis 1991 an der Spitze der Landespartei und war von 1985 bis 1992 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender. Wallmann hatte sich darüber hinaus von 1968 bis 1977 als Stadtverordneter in der Marburger Kommunalpolitik engagiert. Der Sprung in die Landespolitik gelang Wallmann 1966. Bis 1972 gehörte er dem hessischen Landtag an.

Wallmann wurde 1972 in den Bundestag gewählt und bereits im darauffolgenden Jahr wurde er Mitglied des Vorstands der CDU/CSU-Fraktion. Als Vorsitzender des Guillaume-Untersuchungsausschusses 1974/75 verschaffte er sich Anerkennung über alle Parteigrenzen hinweg. 1976/77 amtierte er als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. 1977, nach dem überraschenden Sieg seiner Partei bei der Kommunalwahl in Frankfurt, trat er das Amt des Oberbürgermeisters an.

Im Juni 1986, nach der Katastrophe von Tschernobyl, berief Bundeskanzler Helmut Kohl Walter Wallmann zum ersten Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. In seine knapp einjährige Amtszeit fiel die gesetzliche Regelung zur Einführung schadstoffarmer Autos.

Nach seinem überraschenden Sieg bei der hessischen Landtagswahl übernahm im April 1987 das Amt des Minister- präsidenten, erreichte aber vier Jahre später nicht mehr die erforderliche Mehrheit. Danach gab er schrittweise seine Ämter ab und zog sich 1997 endgültig aus der Politik zurück.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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