Inhalt

Michael Klein
Angelesen

Wir schreiben das Jahr 2011. Die arabische Welt ist in Aufruhr: In Ägypten, vor allem auf dem Tahrir-Platz in Kairo, gibt es Massenproteste, die zum Rücktritt des langjährigen Staatspräsidenten Muhammad Husni Mubarak führen, in Libyen tobt ein Bürgerkrieg, Staatschef Muammar al-Gaddafi wird erschossen und der tunesische Machthaber Zine el-Abidine Ben Ali flieht ins Ausland.

Auch in der Welt der Geheimdienste bleibt nichts so wie es war: Auf der von Julian Assange gegründete Enthüllungsplattform WikiLeaks werden unzählige geheime Dokumente veröffentlicht. Sogenannte Whistleblower setzen ihre Freiheit und ihr Leben aufs Spiel, um das Handeln der Staaten transparent zu machen.

Vor diesem politischen und geographischen Hintergrund konstruiert der amerikanische Krimi-Autor Olen Steinhauer in seinem neuesten Werk "Die Kairo-Affäre" einen rasanten Politthriller über den Machtkampf in der arabischen Welt, um Liebe und natürlich um Verrat.

Dabei beginnt der Krimi in Ungarn: Der amerikanische Vizekonsul Emmet Kohl wird in einem Budapester Restaurant vor den Augen seiner Frau Sophie erschossen. Ein CIA-Analytiker mit libyschen Wurzeln verschwindet spurlos. Kurz darauf wird ein zweiter Diplomat ermordet, diesmal in Kairo. Sophie vermutet die Drahtzieher des Mordes an ihrem Mann in Kairo und will sie ausfindig machen. Währenddessen arbeitet der CIA fieberhaft daran, eine außer Kontrolle geratene Operation zu vertuschen. So kommen nach und nach die Geschehnisse ans Licht und die Puzzleteile fügen sich Stück für Stück zu einem stimmigen Gesamtbild.

Der Autor Olen Steinhauer, der vor allem mit dem Thriller "Der Tourist" bekannt wurde, festigt auch mit diesem Werk seinen Ruf als Meister des temporeichen und anspruchsvollen Politthrillers. Spannend bis zur letzten Seite kann "Die Kairo-Affäre" empfohlen werden.

Olen Steinhauer

Die Kairo-Affäre

Blessing 496 S., 19,99 €

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag