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Aufgekehrt
Sören Christian Reimer
Zaubern gegen Sexismus


Als Hermine Jean Granger hat sie sich in die Herzen von Millionen Kindern, Jugendlichen und, seien wir ehrlich, Erwachsenen gespielt: Die britische Schauspielerin Emma Watson verkörperte die strebsame Zauberschülerin in der Verfilmung der erfolgreichen Buchreihe „Harry Potter“ von Joanne K. Rowling. Gemeinsam mit Titelheld Harry Potter und Ron Weasley bestand Hermine zahlreiche Abenteuer – und besiegte letztlich den bösen Vol… also jenen Zauberer, dessen Name bekanntermaßen besser ungenannt bleibt. 

Die inzwischen 24-jährige Watson hat sich neuen Herausforderungen zugewandt. Sie ist UN-Sonderbotschafterin für Gleichberechtigung, eine schwierige Aufgabe von fast epischen Dimensionen. Ob Zugang zu Bildung oder das Recht am eigenen Körper, immer noch werden Frauen weltweit vielfältig benachteiligt. Da wünscht man der stolzen Feministin Watson schon fast die Fähigkeiten ihres Alter Egos Hermine. Wie viel schneller wäre die Welt mit einem Zauberspruch à la „Sexistische-Zustände-beende’kus“ oder „Reaktionäre-Mitmenschen-reflektiert-doch-mal’iamo“ verbessert? Doch die patriarchalen Zustände scheinen resistent gegenüber der Zauberei. Watson verfolgt ohnehin eine wenig magische, wenn auch vermutlich effektivere Strategie. Jüngst stellte sie die Initiative „He for She“ vor. Die Idee ist denkbar einfach: Es geht nur gemeinsam. Männer sollen ihren Teil dazu beitragen, der Diskriminierung von Frauen ein Ende zu bereiten. Nicht nur der Solidarität wegen, sondern weil auch sie unter festgepressten Rollenmustern leiden. Keine Zauberei, trotzdem irgendwie fantastisch. In diesem Sinne: Avada Kedavra, Sexismus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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