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KULTUR
Alexander Weinlein
Gleichstellung im Blick

Frauen sind im Kulturbetrieb nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen noch immer unterrepräsentiert. In einem Antrag (18/2881), über den der Bundestag am vergangenen Donnerstag in erster Lesung beriet, fordert die Fraktion die Bundesregierung auf, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Gleichstellung von Frauen im Kulturbereich voranzutreiben. So soll der Bund unter anderem bei den durch ihn finanzierten oder bezuschussten Institutionen und Projektträgern eine geschlechterparitätische Vergabe von Führungspositionen festlegen. Ähnliches müsse auch bei der Vergabe von Stipendien und Werksaufträgen sowie bei der Besetzung von Orchestern und bei Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst gelten. „Wir wollen die ungerechte berufliche Benachteiligung von Frauen beenden“, sagte die Grünen-Kulturpolitikerin Ulle Schauws.

Während Sigrid Hupach (Die Linke) ankündigte, ihre Fraktion werde dem Antrag zustimmen, signalisierten Kulturpolitikerinnen der Koalitionsfraktionen zumindest prinzipielle Sympathie für das Ansinnen. Herlind Gundelach (CDU) bekannte sich dazu, zwar keine Befürworterin der Quote zu sein, aber leider sei sie „immer noch notwendig“. Allerdings lasse der Antrag „die künstlerische Freiheit zum Teil völlig außer Acht“. Ihre SPD-Kollegin Hiltrud Lotze betonte, dass bei der Gleichstellung von Frauen auch im Kulturbereich „Handlungsbedarf“ bestehe. Der Kulturausschuss solle ein Fachgespräch anberaumen. Man müsse sich für dieses Thema die nötige Zeit nehmen, um es „gründlich zu behandeln“.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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