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UMWELT
Johanna Metz
Deichrückverlegung gefordert

Das Ende Oktober von der Umweltministerkonferenz verabschiedete nationale Hochwasserschutzprogramm ist vergangene Woche im Umweltausschuss bei Experten auf positive Resonanz gestoßen. Allerdings mahnten besonders die Umweltverbände weitergehende Maßnahmen an.

So bezeichnete Winfried Lücking vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Programm als „gutes Signal für ein grundsätzliches Umdenken im Hochwasserschutz“. Es forderte aber, die Prioritäten stärker auf den ökologischen und weniger auf den technischen Hochwasserschutz zu legen. Statt Flutungspolder zu errichten, müsse es mehr Projekte zur Rückverlegung von Deichen geben. Die Schaffung natürlicher Wasserrückhalteräume für die Flüsse sei ökologisch sinnvoller und sogar kostengünstiger als der Bau von Poldern, betonte Lücking. „Wir müssen den Flüssen mehr Raum geben“, forderte neben Lücking auch Michael Bender von der Grünen Liga. Beide Experten forderten zudem die Reduzierung des Anbaus von Biomasse zur Energiegewinnung, insbesondere von Mais, da dieser die Entstehung von Hochwasser begünstige.

Der Vorsitzende der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser, Dietmar Wienholdt, wies darauf hin, dass für eine Rückverlagerung der Deiche landwirtschaftliche Flächen aus der Nutzung genommen werden müssten. Dies führe aber zwangsläufig zu Konflikten mit den Eigentümern.

Georg Rast vom WWF Deutschland forderte, die Kommunen müssten stärker als bisher mit den Landwirten zusammenarbeiten, um Möglichkeiten einer „hochwasserangepassten Landwirtschaft“ auszuloten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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