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Bernd Haunfelder
Ernst Albrecht gestorben

Der frühere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht starb am 13. Dezember im Alter von 84 Jahren. 14 Jahre stand er an der Spitze der ersten von der CDU geführten Landesregierung. Der Volkswirt war einer der erfolgreichsten Seiteneinsteiger der deutschen Politik. Ohne größere Parteikarriere und nach erst sechsjähriger Landtagszugehörigkeit war der frühere EWG-Beamte im Januar 1976 gegen die Mehrheit von SPD und FDP bemerkenswert zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er förderte nachhaltig die wirtschaftliche Entwicklung und brachte landesweit Sozialstationen auf den Weg. Internationale Anerkennung erhielt für den Einsatz zugunsten vietnamesischer „Boat People“. Zu seinen umstrittenen Entscheidungen gehörte die Wahl Gorlebens zum Standort eines nuklearen Entsorgungszentrums. Albrecht erfreute sich überregional großer Beliebtheit und hätte auch in Bonn reüssieren können. Nach der Niederlage bei der Wahl des CDU/CSU-Kanzlerkandidaten 1979 verzichtete er auf eine Karriere im Bund. 1990 unterlag er bei der Landtagswahl Gerhard Schröder und zog sich aus der Politik zurück.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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