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Parlamentsalmanache
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Handliche Helfer

Kürschners Volkshandbuch bringt heute alles Wissenswerte über den Bundestag. Die Geschichte der parlamentarischen Handbücher in Deutschland geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Als Wegbereiter gilt der linksliberale Verleger Georg Hirth. Seinem 1867 zur Eröffnung des Reichstags des Norddeutschen Bundes herausgebrachten Almanach, der bis 1870 in acht Auflagen erschien, folgten bis 1890 zwölf weitere Bände.

Erfinder der bebilderten Almanache des Reichstags war der Schriftsteller und Verleger Joseph Kürschner. Sein 1890 vorgelegtes kleinformatiges Bändchen war mühsam aufzublättern und wegen seiner kleinen Schrift fast unleserlich. Die Personalangaben reichten aber, sich ein Bild zu verschaffen, wie Kürschner meinte. Im Gegensatz zur Selbstbespiegelung in der Wilhelminischen Ära, in der der letzte Hinterbänkler seine Biographie im Amtlichen Handbuch des Reichstags „inszenierte“, herrschte unter den Abgeordneten des zu Ende gehenden Bismarckschen Zeitalters noch eine gewisse Bescheidenheit, so dass Kürschner oft die volle Seite gar nicht ausfüllen musste.

1890 erschien das erste „Amtliche Reichstags-Handbuch“, herausgegeben vom Reichstags-Bureau. Äußerlich unterschied es sich kaum von den Hirthschen Bänden. Im Reichstagshandbuch fanden fand auch die Reichsverfassung und die Geschäftsordnung Eingang, später wurde eine Beschreibung des neuen Reichstagsgebäudes aufgenommen. Der erste bebilderte Band aus dem Reichstagsbüro erschien 1907. Von Jahr zu Jahr nahm der Umfang der Almanache zu. 1912 umfasste das Reichstagshandbuch fast 540 Seiten. Hirth kam 1881 bei gleichbleibender Abgeordnetenzahl noch mit 397 Seiten aus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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