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MENSCHENRECHTE
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UNRWA warnt vor Flüchtlingskrise

Der Generalsekretär des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), Pierre Krähenbühl, hat vor einer "existenziellen Krise" der Flüchtlinge in der Region gewarnt. Als ein Beispiel nannte er in der Sitzung des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe in der vergangenen Woche die Abhängigkeit der Flüchtlinge von Hilfsleistungen von UNRWA: Während vor 2007 insgesamt 80.000 Menschen in Gaza von UNRWA-Nahrungshilfen abhängig gewesen seien, sei ihre Zahl 2014 nach dem Gaza-Krieg auf 860.000 Menschen gestiegen, erklärte Krähenbühl. Problematisch sei auch, dass in dem Gebiet noch immer rund 120.000 Personen obdachlos seien und eine hohe Arbeitslosigkeit herrsche. Die Tatsache, dass von den 1,8 Millionen Menschen im Gaza-Streifen rund 65 Prozent jünger als 25 Jahre seien, nannte Krähenbühl einen "Riesendruck" und warnte vor der Perspektivlosigkeit der Menschen. Er hob daher auch die Bedeutung der Bildungsarbeit für die Flüchtlinge hervor. So unterhalte UNRWA, das im Mai seit 65 Jahren in der Region arbeite, in seinem Einsatzgebiet rund 700 Schulen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben für neun Jahre die Schule zu besuchen. Ziel von UNRWA sei es, den Flüchtlingen zu ermöglichen, "Akteure ihrer eigenen Situation" zu sein. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Problematik palästinensischer Flüchtlinge bereits seit 67 Jahren bestehe - und es bislang weiterhin noch keine Lösung der Flüchtlingsfrage gebe. UNRWA ist ein Hilfsprogramm der Vereinten Nationen zur Unterstützung von derzeit rund 5 Millionen palästinensischen Flüchtlingen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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