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Aufgekehrt
Sören Christian Reimer
Die dunkle Seite der Bär

Traurig, aber wahr: Dorothee Bär (CSU) hat sich von der dunklen Seite der Macht verführen lassen - und damit ist nicht ihre Partei gemeint. Vergangenen Donnerstag trommelte die Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium kräftig in der Lobby des Reichstagsgebäudes für die "Dank Helm"-Kampagne ihres Ministeriums. Sicherheit von Radfahrern. Eigentlich eine gute Sache, möchte man meinen. Doch als Poster-Model wählte das Ministerium ausgerechnet "Darth Vader", den Erzbösewicht aus der Science-Fiction-Saga "Krieg der Sterne". Der Grund: Ein technisch komplexer Helm rettete in "Episode III" den zur dunklen Seite der Macht abgewanderten Darth Vader das Leben. Das geschenkte Leben nutzte er redlich - unter anderem, um in späteren Episoden mit dem Todesstern ganze (bewohnte!) Planeten zu sprengen. Das mag manchen nun zum Nachdenken über die Ethik des Helmtragens führen. Nicht so Dorothee Bär. Sie ließ sich im Reichstag gar mit "Darth Vader"-Maske ablichten. Wo ist Yoda, wenn man ihn mal braucht?

Zugegeben: Man hätte es wissen müssen. Nicht zum ersten Mal macht die bayrische Abgeordnete aus ihrer Sympathie für dunkle Imperien keinen Hehl. Ihre im Plenum des Bundestages offen zur Schau getragene Solidarität mit dem FC Bayern München nach der Hinspiel-Niederlage gegen Barcelona - sie trug ein Trikot unter ihrem Blazer - sorgte für Ärger mit einem Abgeordneten der Links-Fraktion. Die Soli-Bekundung half allerdings nicht. Das Fußball-Imperium konnte nicht zurückschlagen.

Bayern beiseite, in Bezug auf Radfahrsicherheit muss man "Darth Dorothee" allerdings wohl in bester Jedi-Tradition wünschen: "Möge die Macht mir ihr sein."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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