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CHRONIK

November 2013 Die ukrainische Regierung stoppt überraschend die Vorbereitungen zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU. Aus Protest versammeln sich einige hundert Menschen am Kiewer Maidan. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch verweigert auf dem EU-Gipfel in Vilnius wie erwartet die Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen.

Januar/Februar 2014 Nach wochenlangen Protesten mit bis zu einer halben Million Teilnehmern endet der Versuch der Demonstranten, das Parlament zu umstellen, in schweren Zusammenstößen mit der Polizei. Dutzende Demonstranten sterben im Kugelhagel. Janukowitsch unterzeichnet ein Abkommen mit der Opposition, das vorgezogene Neuwahlen und eine Verfassungsreform vorsieht. Kurz danach flieht er nach Charkow, später nach Russland. Nach der Absetzung des Präsidenten erklärt das Parlament Alexander Turtschinow zum Übergangspräsidenten und setzt Neuwahlen an. Eine Übergangsregierung mit Arsenij Jazenjuk als Premier wird gebildet. Unterdessen besetzten von russischem Militär unterstützte "Selbstverteidigungseinheiten" das Parlamentsgebäude der Krim in Simferopol.

März 2014 Bei einem Referendum auf der Krim spricht sich eine Mehrheit für den Anschluss an Russland aus. Kurz darauf wird die Krim Teil Russlands. International ist das Referendum und die Angliederung nicht anerkannt.

April 2014 In Charkow, Donezk und Lugansk werden unabhängige "Volksrepubliken" ausgerufen. Eine bewaffnete Gruppe unter Führung des russischen Ex-Geheimdienstlers Igor Strelkow-Girkin besetzt die Stadt Slawjansk. Die Übergangsregierung in Kiew erklärt den Beginn einer "Antiterroristischen Operation". Damit beginnt der Krieg in der Ostukraine.

Mai 2014 48 Menschen sterben in Odessa. Die meisten von ihnen sind prorussische Aktivisten, die ins Gewerkschaftshaus geflohen waren, nachdem dieses von proukrainischen Aktivisten in Brand gesetzt wurde. In international und von Kiew nicht anerkannten Referenden stimmte eine Mehrheit in den "Volksrepubliken" für die staatliche Eigenständigkeit. Ende Mai wird Petro Poroschenko im ersten Wahlgang mit 54 Prozent der Stimmen zum Präsidenten der Ukraine gewählt.

Juli 2014 Im Osten der Ukraine wird eine Boeing der Fluggesellschaft Malaysian Airlines abgeschossen. 298 Menschen sterben.

September 2014 In der weißrussischen Hauptstadt unterschreiben Vertreter der Separatisten und der Ukraine unter Vermittlung der OSZE die "Minsker Vereinbarungen". Sie sehen die Einrichtung einer Pufferzone vor. Vorangegangen war eine Niederlage der ukrainischen Armee gegen die prorussischen Separatisten, die von der Russland unterstützt wurden.

Oktober 2014 Bei den Parlamentswahlen erhält die Partei von Präsident Poroschenko die meisten Sitze, auf dem zweiten Platz landet die Partei des Premierministers Arsenij Jazenjuk.

Februar 2015 Nach Monaten schwerer Kämpfe kommt es in Minsk erneut zur Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Konfliktparteien. Zur Vermittlung kommen die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Russlands, Weißrusslands sowie der Ukraine zusammen. Bis Juni 2015 forderte der Krieg in der Ostukraine laut den Vereinten Nationen über 6.500 Opfer und über 16.000 Verletzte.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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