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Ulrich Heyden
RUSSISCHE UNTERNEHMEN

Gasprom

1989 gegründet, ist Gasprom heute das größte Unternehmen Russlands und das weltweit größte Erdgasförderunternehmen. Leiter des halbstaatlichen Betriebes mit 431.000 Mitarbeitern ist Alexei Miller. Gasprom gehört ein Pipeline-Netz von 160.000 Kilometern Länge. 2014 lieferte es 35 Prozent des Erdgases für Europa. Gasprom plant neben der Ostseepipeline noch eine dritte Pipeline, die über die Türkei nach Griechenland und weiter Richtung Serbien führen soll. Diese dritte Pipeline soll die Leitung durch die Ukraine überflüssig machen.

Rosatom

Zu dem staatlichen Unternehmen zählen etwa 400 Fabriken und wissenschaftliche Einrichtungen. Dem Tochterunternehmen Rosenergoatom gehören alle zehn russischen Atomkraftwerke, die 33 Prozent der Elektroenergie im europäischen Teil Russlands liefern. Im Bau sind derzeit neun Atomreaktoren in Russland und 29 im Ausland, etwa in Finnland und der Türkei. Das Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben die weltweit zweitgrößten Uran-Vorräte.

Rosneft

Das Unternehmen fördert 40 Prozent des russischen Öls und ist Russlands drittgrößter Gasproduzent. Präsident ist Igor Setschin. 69,5 Prozent der Rosneft-Aktien gehören dem staatlichen Unternehmen Rosneftegaz, 19,75 Prozent British Petroleum (BP). 2004 übernahm Rosneft das Unternehmen Juganskneftegaz, dass einst wichtigster Teil des Yukos-Ölkonzerns war.

Avotaz (Lada)

Die Fabrik des größten russischen Automobilherstellers liegt in Toljatti an der Wolga. Avtovaz kontrolliert ein Fünftel des russischen Automarktes, gebaut wurde die Fabrik mit Hilfe von Fiat. Die Produktion begann 1970. Zurzeit hat Avtovaz 52.0000 Beschäftigte. Im ersten Halbjahr 2015 stellte das Unternehmen 280.000 Autos her, das sind 1,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014. Der Export ging im ersten Quartal dieses Jahres jedoch um 42 Prozent zurück. Hauptaktionär ist mit 74,5 Prozent "Alliance Rostec", ein Gemeinschaftsunternehmen von Rostechnologija und "Alliance Renault-Nissan".

Sukhoi Superjet

Sukhoi Superjet ist das einzige neue russische Passagierflugzeug seit 1991. Der Jungfernflug fand 2008 statt. Das Triebwerk wird vom französisch-russischen Gemeinschaftsunternehmen PowerJet hergestellt. Mehr als 50 Prozent der Einzelteile werden importiert, unter anderem aus den USA. Das Hersteller-Unternehmen des Superjets, Sukhoi Civil Aircraft, gehört zu 75 Prozent dem Kampfflugzeughersteller Sukhoi und zu 25 Prozent der italienischen Alenia Aermacchi. 167 Superjets wurden bisher bestellt, 66 ausgeliefert.

Rosnano

Das staatliche Unternehmen mit Sitz in Moskau wurde 2007 gegründet. Leiter ist Anatoli Tschubais. Ziel ist die Förderung der Nanotechnologie. 2012 wurden 384 Millionen Euro in neue Produktionsanlagen investiert. Zu den bisherigen Projekten zählten Impfstoffe, Leiterplatten für den IT-Sektor sowie Sicherheitsschleusen an Bahnhöfen.

Yandex

Das 1997 von Arkadi Wolosch gegründete Unternehmen hat die nach der Zahl der Suchoperationen weltweit viertgrößte Internet-Suchmaschine entwickelt. Yandex bietet 50 Service-Leistungen, wie eine Verkehrsstau-Übersicht und die Möglichkeit der bargeldlosen Überweisungen. Das Unternehmen hatte im Januar 2015 67,1 Millionen Besucher. Die Technologie wurde 1989 für die damalige sowjetische Regierung entwickelt. Heute arbeiten 5.600 Beschäftigte bei Yandex, der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 759 Millionen Euro.

Glonass

Das russische "Globale Satellitennavigationssystem" Glonass ist ein Analog zum amerikanischen GPS-System. Noch in diesem Jahr soll das 1972 vom Verteidigungsministerium des Landes in Auftrag gegebene System mit 30 Satelliten seinen vollständigen Betrieb aufnehmen. Glonass soll international vermarktet werden. Nach Angaben des Leiters des staatlichen Unternehmens, Igor Komarow, haben die durch die Sanktionen ausgelösten Probleme bei der Teile-Lieferung für den Satellitenbau keinen Einfluss auf die Qualität der Satelliten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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