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BILDUNG
Annette Rollmann und Alexander Weinlein
Mehr Beratung gefordert

Koalition will Ausbildungsabbrüche minimieren

Der Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der beruflichen und akademischen Bildung durchzusetzen. Gegen das Votum der Oppositionsfraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen verabschiedete das Parlament am Donnerstag einen entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD (18/4928).

Nach dem Willen von Union und Sozialdemokraten soll die Regierung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel gemeinsam mit den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit kohärente Konzepte für die Verbesserung der Berufs- und Studienorientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf entwickeln. Damit soll Ausbildungs- und Studienabbrüchen frühzeitiger vorgebeugt werden. Diese Konzepte sollen schulform- und zielgruppenadäquat ausgestaltet sein und in entsprechender Form auch an Gymnasien Anwendung finden. Insgesamt müssten die gesellschaftliche Wertschätzung und die Karrieremöglichkeiten der Berufsausbildung verbessert werden.

Aussteiger Zudem soll die Beratung und der Übergang für Studienaussteiger hin zu einer beruflichen Aus- und Weiterbildung gemeinsam mit den Ländern verbessert werden. Es soll nachhaltige und zielgruppengerechtere Beratungsstrukturen zum Beispiel zwischen Kammern und Hochschulen in der Fläche verankert werden. Ferner sollen Jugendliche und junge Erwachsene sowie Familien mit Migrationshintergrund über das ihnen aus den Herkunftsländern vielfach nicht vertraute Prinzip der dualen Ausbildung informiert werden. Die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit der Bildungswege soll dabei herausgearbeitet werden.

Die Linksfraktion scheiterte gegen die Stimmen aller anderen Fraktion mit einem Antrag (18/4931), die Ausbildungsqualität zu sichern und eine gute Ausbildung für alle zu schaffen. Die Ausbildungsqualität müsse gesetzlich gesichert und die Ausbildungsbedingungen überwacht werden, hatte die Fraktion gefordert.

Keine Ausbildungsgarantie Ebenfalls mit den Stimmen aller übrigen Fraktionen ablehnt wurde ein Antrag der Grünen (18/4938), das Recht auf Ausbildung mit einer echten Ausbildungsgarantie zu verwirklichen. Die Grünen hatten die Regierung aufgefordert, ab dem Ausbildungsjahr 2016 ein Konzept für eine Ausbildungsgarantie vorzulegen und "assistierte Ausbildung" zu ermöglichen..

Aus Politik und Zeitgeschichte

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