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Neil MacGregor: Deutschland. Erinnerungen einer Nation
Alexander Weinlein
KURZ REZENSIERT

C.H. Beck, München 2015; 640 S., 39,95 €

In diesen Tagen übernimmt Neil MacGregor die Stiftungsintendanz des Humboldt-Forums in Berlin. Nicht, dass der bisherige Leiter des Britischen Museums es erst noch beweisen müsste, aber mit seinem reichhaltig bebilderten Werk "Deutschland. Erinnerungen einer Nation" zeigt der britische Kunsthistoriker einmal mehr, dass er der richtige Mann für diesen Posten ist. Der Deutschland-Kenner und -Liebhaber knüpft nahtlos an den großen Erfolg seines Buches "Eine Geschichte der Welt in 100 Projekten" an und präsentiert seine Sicht auf die Geschichte Deutschlands anhand ausgewählter Gemälde, Skulpturen, Bücher, Bauwerken und andere Objekte aus 500 Jahren - beginnend mit der Gutenberg-Bibel bis zur Reichstagskuppel.

Deutschlands Geschichte sei stärker zersplittert als die der meisten europäischen Staaten, meint MacGregor. Die ausgewählten Objekte stünden stellvertretend für die "kollektiven Erinnerungen daran, was Deutsche getan und erlebt haben" und bis heute die deutsche Identität prägen. Sprachlich und bildlich ist MacGregors Buch ein Hochgenuss.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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