Inhalt

ENTWICKLUNG II
Alexander Heinrich
Bessere frühkindliche Förderung

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD setzen sich für eine Verbesserung der Situation von Kindern in Entwicklungsländern ein. Das Aufwachsen unter schwierigen Lebensumständen wie Armut, Krieg, Flucht, Hunger, Menschenhandel, Zwangsarbeit, schlechten Bildungschancen und unzureichender Gesundheitsversorgungen schade nicht nur der individuellen Entwicklung, sondern auch der Entwicklung ganzer Gesellschaften, heißt es in einem Antrag (18/6329), der vergangene Woche im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit angenommen wurde. Derartige Bedingungen seien ein "in einigen Staaten massenhaft auftretendes und langfristig wirksames Entwicklungshemmnis".

Eine Vertreterin der SPD-Fraktion betonte im Ausschuss, dass es insbesondere auf die frühkindliche Bildung ankomme: "Wir müssen ganz unten anfangen." Ein Vertreter der CDU/CSU-Fraktion argumentierte, dass in vielen Ländern insbesondere Mädchen keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung hätten und dies eine Ursache für gesellschaftliche Fehlentwicklungen sei.

Die Oppositionsfraktionen lehnten die Initiative ab beziehungsweise enthielten sich: Der Antrag enthalte zwar eine "tolle statistische Zusammenfassung der Probleme", stehe aber im Kontrast zur Politik der Bundesregierung und obendrein noch unter Finanzierungsvorbehalt, sagte ein Vertreter der Grünen.

Ein Vertreter der Linken wies darauf hin, dass die deutschen Mittel für Bildung in Entwicklungsländern in den vergangenen Jahren nicht etwa aufgestockt, sondern reduziert worden seien. Es sei zwar richtig, insbesondere das Recht von Mädchen und jungen Frauen auf Bildung zu betonen - aber diese Forderung stehe im scharfen Kontrast zur außen- und sicherheitspolitischen Kooperation der Bundesregierung mit Ländern wie Saudi-Arabien, die solche Rechte mit den Füßen treten würden.ahe

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag