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ANDREAS ENGLISCH: DER KÄMPFER IM VATIKAN. PAPST FRANZISKUS UND SEIN MUTIGER WEG
Alexander Weinlein
KURZ REZENSIERT

C. Bertelsmann, München 2015; 384 S., 24,50 €

Weihnachten 2014: In Rom liest Papst Franziskus den Kurienkardinälen die Leviten. Hochmütig und geltungssüchtig seien sie, habgierig und feige, litten an "spirituellem Alzheimer". Das Oberhaupt der Katholischen Kirche kanzelt das Gremium ab wie eine Bande renitenter Lausejungen. Für den Journalisten und Vatikan-Experten Andreas Englisch offenbarte sich in der Standpauke der überfällige Kampf um die zukünftige Ausrichtung der Kirche. Es geht unter anderem um den Umgang mit Geschiedenen, die wieder heiraten, um den Umgang mit Homosexualität und um die Positionierung der Kirche in der Auseinandersetzung zwischen Arm und Reich.

Englisch lässt keinen Zweifel daran aufkommen, auf wessen Seite er in diesem Konflikt steht. Franziskus ist bereits der dritte Papst, den er journalistisch begleitet. Doch dem Argentinier Jorge Mario Bergoglio schenkt Englisch nicht nur sein Herz als Christ, sondern auch als Journalist. Wer sich am mitunter geschwätzigen Schreibstil Englischs und seiner kritiklosen Bewunderung für Papst Franziskus, die mitunter an Heiligenverehrung grenzt, nicht stört, dem sei sein Buch empfohlen. Spannende Einblicke in das Innenleben des Vatikans bietet es allemal.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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