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Recht
Peter Stützle
VW-Kunden sollen zufrieden sein

Der VW-Konzern will den Abgasskandal so bewältigen, dass "der Kunde zufrieden herausgeht". Das versicherte Jürgen Stackmann, im VW-Markenvorstand verantwortlich für Marketing und Vertrieb, in einem Gespräch mit dem Rechtsausschuss. in der letzten Woche. Als wichtigste Maßnahme zum Schutz der Kunden kündigte Stackmann an, dass VW darauf verzichten wird, Verjährungsfristen geltend zu machen. Jeder Besitzer eines von Manipulationen betroffenen Fahrzeugs, egal welchen Baujahrs, kann die Mängel bis Ende 2017 auf Kosten von VW beseitigen lassen.

Für die Dieselmotoren mit 2,0 und 1,2 Litern Hubraum werde ein Software-Update genügen, das in weniger als einer halben Stunde aufgespielt werden kann, führte Stackmann weiter aus. Bei den 1,6-Liter-Motoren müsse zudem ein mechanisches Bauteil zwischen Luftfilter und Motor eingebaut werden. In jedem Fall seien "deutlich weniger schwere Eingriffe als zunächst befürchtet" erforderlich, versicherte Stackmann. .

Für Nachfragen aus dem Ausschuss sorgte die Ankündigung Stackmanns, eine "entsprechende Empfehlung an die Händler" auszusprechen, die für die Kunden die Ansprechpartner sind. Daraufhin erläuterte Michael Ganninger, Leiter des Rechtswesens im VW-Konzern, dass es einem Hersteller kartellrechtlich nicht erlaubt sei, einem Händler Anweisungen zu erteilen. VW werde den Händlern aber in jeder Hinsicht Anreize geben, die Maßnahmen durchzuführen. Auf eine weitere Frage aus dem Ausschuss, ob dies nur für Vertragshändler gelte, erklärte Stackmann, dass "jeder, der die Reparatur durchführen kann", mit Vertragshändlern "gleichgestellt" werde.

Die Frage, warum überhaupt manipuliert worden sei, wenn jetzt auf so einfache Weise ein rechtmäßiger Zustand hergestellt werden könne, beantwortete Thomas Steg, VW-Generalbevollmächtigter für Außenbeziehungen, mit dem technischen Fortschritt. Im Jahr 2008 habe man noch nicht die technischen Mittel gehabt, mit den Dieselmodellen die strengen US-Stickoxid-Grenzwerte einzuhalten. In Europa allerdings wäre die Manipulation "gar nicht nötig gewesen", räumte Steg ein.

Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer wegen falscher Angaben des Schadstoffausstoßes erwartet VW nicht mehr. Es habe sich herausgestellt, dass die Falschangaben beim CO2-Ausstoß nicht nur wesentlich weniger Fahrzeuge beträfen als befürchtet, sondern auch nur einem Mehrverbrauch von 0,1 bis 0,2 Litern auf 100 Kilometer entsprächen, erklärte Stackmann. VW wolle aber EU-weit die Kosten für eine höhere Kfz-Steuer übernehmen, falls sie auftreten werde.pst

Aus Politik und Zeitgeschichte

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