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Picture Alliance/Claudia Heine
Chronik des Syrien-Kriegs

März 2011: Eine Demonstration in der syrischen Hauptstadt Damaskus setzt eine Protestwelle gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad in Gang. Sicherheitskräfte schießen vielerorts auf Demonstranten, etwa in der Stadt Daraa. Dort hatten zuvor Jugendliche Anti-Regierungs-Parolen an Wände gesprüht und waren deshalb inhaftiert worden. Schon in den ersten Tagen der Proteste werden mehr als 100 Menschen getötet.

Juli 2011: Mindestens 100 Menschen sterben nach Oppositionsangaben bei einer Militäroffensive gegen die Widerstandshochburg Hama.

Oktober 2011: Russland und China verhindern eine UN-Resolution zur Verurteilung des Assad-Regimes.

Juni 2012: Die UN-Vetomächte und mehrere Nahost-Staaten einigen sich auf einen Fahrplan für einen Übergangsprozess in Syrien. Die geplante Übergangsregierung wird nicht gebildet, der Krieg geht weiter.

August 2013: Mehr als 1.400 Menschen sterben durch Chemiewaffen. Assad weist jede Verantwortung dafür zurück.

September 2013: Eine Resolution des UN-Sicherheitsrates fordert Damaskus zur Vernichtung seiner Chemiewaffen auf. Syrien beginnt kurz darauf mit der Zerstörung seiner Produktionsstätten.

Januar/Februar 2014: Friedensverhandlungen der Kriegsgegner in der Schweiz bleiben ohne Ergebnis.

September 2014: Die USA und Verbündete bombardieren erstmals Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Nordostsyrien.

Januar 2015: Nach monatelangen Gefechten mit dem IS befreien kurdische Kämpfer die nordsyrische Stadt Kobane.

Mai 2015: Der IS erobert das zentralsyrische Palmyra. Die Terrormiliz ermordet hunderte Menschen und zerstört weltberühmte Altertümer.

September 2015: Assads Verbündeter Russland beginnt Luftangriffe in Syrien.

Oktober 2015: Mit einer Konferenz in Wien wird ein neuer Anlauf zur politischen Lösung gestartet, auch der Iran und Russland sind dabei.

November 2015: Die Türkei schießt im Grenzgebiet zu Syrien einen russischen Kampfjet ab. Nach islamistischen Anschlägen in Paris bombardiert Frankreich IS-Stellungen in Syrien. Deutschland schickt zur Unterstützung Aufklärungs-Tornados.

Januar 2016: Trotz Abwesenheit wichtiger Oppositionsvertreter beginnen die mehrfach verschobenen Friedensgespräche in Genf. Russland besteht auf einer Beteiligung der Kurdenpartei PYD. Das lehnt die Türkei ab.

Februar 2016: Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz wird eine umfangreiche Waffenruhe für Syrien vereinbart.

März 2016: Russlands Präsident Wladimir Putin befiehlt einen Teilabzug der russischen Soldaten. Syrische Regierungstruppen erobern Palmyra zurück.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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