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Kristin Lenz
»In der Politik fehlt Drama «

Was verbindet Theater und Politik? Darüber haben Regisseur Michael Thalheimer sowie die Abgeordneten Gregor Gysi (Die Linke) und Charles M. Huber (CDU) in einer Veranstaltung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages in der vergangenen Woche diskutiert. Kontroverse Meinungen vertraten sie zur Frage, ob es eine stärkere Dramatisierung des politischen Handelns geben solle. Es fehle heute in der Politik das Drama, sagte Gysi. "Union und SPD unterscheiden sich zu wenig. Das ist für mich ein Drama", sagte er und verwies auf die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD).

Für mehr Drama sei die Große Koalition ungeeignet, befand Thalheimer. Das Theater sei aktuell der einzige Ort, an dem Themen vor Publikum diskursiv und provokativ bearbeitet werden könnten, sagte er. Nach wie vor gebe es lebhafte Debatten, erwiderte Huber. Der Spielraum für die einzelnen Parteien sei in den Zeiten der Globalisierung jedoch deutlich enger geworden. Das Drama sei heute die AfD, sagte er.

Verständigung und Erkenntnisvermittlung seien sowohl in der Politik als auch im Theater zentral, stimmten die Diskutanten überein. Publikum wie Wähler könnten nur über Inhalte gewonnen werden, betonten sie.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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