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ENTWICKLUNG
Johanna Metz
»Erkennbare Fortschritte«

Alle Stellen im Evaluierungsinstitut besetzt

Viel Geld geben Bundesregierung und nicht-staatliche Organisationen Jahr für Jahr für Entwicklungsprojekte in anderen Ländern aus. Aber was bringen Bildungsmaßnahmen oder Gesundheitsprojekte vor Ort? Erreichen sie tatsächlich ihr Ziel? Und wenn ja, sind die Erfolge von Dauer? Um diese Fragen in Zukunft besser beantworten zu können, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im November 2012 das Deutsche Evaluierungsinstitut (DEval) ins Leben gerufen. Seine Aufgabe: Es soll belastbare und unabhängige Informationen zur Wirksamkeit der staatlichen und nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit liefern und gegebenenfalls Veränderungen vorschlagen.

In den vergangenen drei Jahren hat das DEval die ruandisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitswesen genauso unter die Lupe genommen wie den Erfolg von Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft oder die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan. Doch die Startphase des Institutes gestaltete sich holprig, wie auch die Abgeordneten in der vergangenen Woche im Entwicklungsausschuss befanden. Die Auswahl der Evaluierungsprojekte sei oft willkürlich erschienen, hieß es aus den Fraktionen, und es habe an einer Strategie für die Herangehensweise an Projekte gefehlt. Insgesamt, schlussfolgerte ein Abgeordneter, sei es "eine schwierige Geburt" gewesen.

Doch jetzt soll vieles besser werden, kündigte DEval-Direktor Jörg Faust im Ausschuss an. "Wir haben fast alle vakanten Stellen besetzt und damit die personellen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Institut seine Aufgaben erfüllen kann", berichtete er den Abgeordneten. Zwar befinde sich das Institut nach wie vor in einer Aufbauphase, aber es seien "bedeutende Fortschritte" erkennbar. Dies zeige sich auch am gestiegenen Output. So sei die Zahl der Evaluierungsberichte bereits im vergangenen Jahr deutlich gestiegen; 2016 erwartet Faust erneut eine deutliche Steigerung.

Der DEval-Chef verwies auch auf das neue Arbeitsprogramm des Institutes. Bis 2018 wolle es sich auf drei Schwerpunktbereiche konzentrieren: die Struktur und die Instrumente der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die Frage der Nachhaltigkeit der Maßnahmen sowie auf den Bereich fragile Staaten und Krisenprävention.

Faust machte in der Sitzung jedoch keinen Hehl daraus, dass das Institut unter durchaus schwierigen Rahmenbedingungen arbeitet. An das DEval träten viele verschiedene Akteure heran, vom Parlament über die Ministerien bis hin zur Wissenschaft und den Durchführungsorganisationen, erklärte er. Deren unterschiedlichen Erwartungshaltungen gerecht zu werden, sei "durchaus anspruchsvoll". So würden eine Reihe von Themenvorschlägen an das Institut herangetragen. In der Folge seien die Evaluierungsprojekte nicht immer "hundertprozentig" kohärent.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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