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GESUNDHEIT
Claus-Peter Kosfeld
Probleme in Kinderkliniken

Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen kämpfen mit Personalmangel und latenter Unterfinanzierung. Das machten Experten vergangene Woche im Gesundheitsausschuss deutlich. Sie wiesen zugleich darauf hin, dass die medizinische Versorgung von Kindern sehr aufwändig ist und sich von der für Erwachsene stark unterscheidet.

Grit Genster von der Gewerkschaft verdi betonte, es fehlten 100.000 Pflegestellen. Das mit der Krankenhausstrukturreform aufgelegte Pflegestellenförderprogramm sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Pflegekräfte seien immer stärker gefordert und immer früher ausgelaugt. In den Kinderabteilungen seien überdies die Fixkosten höher durch das spezialisierte Personal und weniger planbare Fälle wegen der hohen Notfallquote. Jochen Scheel, Geschäftsführer der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD), bestätigte das und rechnete vor, dass eine Kinderabteilung mit zwölf Vollkräften, spezialisierten Ärzten und Pflegern sowie Präsenzdiensten auf Fixkosten in Millionenhöhe komme. Scheel forderte neben den nicht kostendeckenden Fallpauschalen (DRG) eine zusätzliche Vergütungskomponente für Kinderabteilungen, um die spezialisierte Versorgung auch flächendeckend erhalten zu können. Er sprach sich zudem nachdrücklich dafür aus, an der differenzierten Pflegeberufsausbildung festzuhalten. Der Gesundheitswissenschaftler Michael Simon von der Hochschule Hannover verwies auf die hohe Akzeptanz der Kinderkrankenpflegeausbildung. Jedoch blieben viele Pflegekräfte nicht lange dabei.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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