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Statistik
Helmut Stoltenberg
Massiver Anstieg

Immer mehr Übergriffe auf Asylunterkünfte

Angriffe auf Flüchtlingsheime sind in Deutschland leider längst alles andere als Einzelfälle. Die Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte ist vor allem im vergangenen Jahr massiv angestiegen. Wurden im Jahr 2013 noch 69 Straftaten gegen solche Unterkünfte gemeldet, waren es 2014 schon 199, darunter 28 Gewalttaten, bei denen es sich in sechs Fällen um Brandstiftung handelte. Und im Jahr 2015 wurden mit Stand vom 15. Februar 2016 laut Bundesinnenministerium 1.029 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, von denen 177 Gewalttaten waren, darunter 94 Brandstiftungen. In acht Fällen handelte es sich um das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und in weiteren acht um Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz.

Im laufenden Jahr wurden den Angaben zufolge mit Stand 22. Februar bundesweit 151 Straftaten gegen Asylunterkünfte registriert, überwiegend Gewaltdelikte (40), Sachbeschädigungen (51) und Propagandadelikte (36). Es gab 25 Brandstiftungen, ein Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz und in einem Fall das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Dabei sind die Zahlen für 2015 und 2016 laut Ministerium nicht abschließend und unterliegen "durch die laufende Erfassung ständigen Änderungen".

Das zeigt sich auch in der Antwort der Bundesregierung (18/7465) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/7304) zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte von Anfang Februar dieses Jahres. Danach lagen der Bundesregierung mit Stand vom 20. Januar 2016 Erkenntnisse zu 988 politisch motivierten Delikten für 2015 vor, bei denen die Unterkunft selbst Tatort oder direktes Angriffsziel war. Bei 102 dieser Delikte handelte es sich um Brandstiftung beziehungsweise Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion oder ein Vergehen gegen das Sprengstoffgesetz. Die geografische Verteilung dieser Straftaten (siehe Grafik rechts) zeigt, dass es sich um ein bundesweites Problem mit regionalen Schwerpunkten handelt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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