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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Congratulation, Angela!

Für eine Überraschung ist Donald Trump ja immer gut. Doch was hat den vermeintlich mächtigsten Mann der Welt in der vergangenen Woche bewogen, persönlich zum Telefon zu greifen, um Angela Merkel für den Wahlsieg bei den Landtagswahlen im Saarland zu gratulieren? Warum hat der US-Präsident nicht in Saarbrücken angerufen, sondern in Berlin?

Vorstellbar sind viele Erklärungen. Zum einen Unwissenheit: Saarland? What the hell...? Oder die amerikanischen "fake news"-Medien können eine Landtagswahl, die kleiner ist als eine Kommunalwahl in München, nicht von einer Bundestagswahl unterscheiden und vermeldeten die Wiederwahl Merkels? War es gar eine Art Entschuldigung? Wollte Trump sein bestenfalls suboptimales Verhalten als Gastgeber während ihres USA-Besuches wettmachen? Oder war es Instinkt? Wollte er mal nachhören, wie das "German Fräulein-Wunder" von der Saar es schafft, sich die Sympathien der Bürger über Jahre hinweg zu sichern? Bei ihm läuft das ja nicht ganz so gut. Aber da hätte er Annegret Kramp-Karrenbauer selbst fragen können. Vielleicht ist ihr Name für amerikanische Zungen aber auch einfach so furchtbar schwer auszusprechen. Oder er wollte nicht in Verdacht geraten, mit der deutschen Automobilindustrie zu sympathisieren? Deutsche Diesel-Karren sind doch etwas in Verruf geraten in Ami-Land.

Oder aber er besann sich auf seine pfälzischen Wurzeln. In der Pfalz fangen gefühlt 99 Prozent aller Witze mit den Worten an: "Was macht ein Saarländer...?" Annegret hätte bestimmt gelacht und sich revanchiert. Im Saarland fangen nämlich gefühlt 99 Prozent aller Witze mit den Worten an: "Was macht ein Pfälzer...?"

Aus Politik und Zeitgeschichte

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