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Immobilien
Hans-Jürgen Leersch
Makler-Prüfung umstritten

Die Wirtschaft sieht die Einführung einer Berufszulassungsregelung für Immobilienmakler äußerst kritisch. Es sei kein hinreichender Grund erkennbar, warum der Nachweis einer Sachkundeprüfung verpflichtend eingeführt werden sollte, erklärte Mona Moraht vom Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHK) in der vergangenen Woche in einer Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie. Grundlage der Anhörung war der von der Bundesregierung eingebrachte Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum (18/10190). "Das Nichtvorliegen empirisch belegter Missstände macht deutlich, dass der Markt scheinbar gut funktioniert und die Immobilienmakler ihre Kunden offenbar gut beraten", argumentierte der DIHK.

Die Bundesregierung will Immobilienmaklern und Wohneigentumsverwaltern (WEG-Verwalter) die Erbringung eines Sachkundenachweises vorschreiben, Wohnungseigentumsverwalter müssen eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Mehrere Sachverständige begrüßten aber den Entwurf. Gabriele Heinrich (Wohnen im Eigentum) sagte, unqualifizierte Verwalter könnten hohe Schäden anrichten. Aus den Ergebnissen einer Befragung rechnete der Verband Schäden in Höhe von zehn Milliarden Euro hoch. Martin Kaßler vom Dachverband Deutscher Immobilienverwalter) forderte ebenso wie Lukas Siebenkotten vom Mieterbund, die Erfordernis eines Sachkundenachweises auch auf die Mietverwaltung auszudehnen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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