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Banken
Hans-Jürgen Leersch
Wirtschaft fühlt sich verdächtigt

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben sich gegen ihrer Ansicht nach zu weitreichende Meldepflichten bei Geschäftsbeziehungen von Bankkunden ins Ausland gewandt. Es würden faktisch alle Wirtschaftsunternehmen in Nicht-EU- oder Nicht-EFTA-Staaten "unter Generalverdacht" gestellt, erklärten die Verbände in einer Anhörung des Finanzausschusses in der vergangenen Woche.

Grundlage der öffentlichen Anhörung im Ausschuss war der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf eines Gesetzes zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (18/11132). Mit dem Entwurf zieht die Bundesregierung die Konsequenzen aus der Veröffentlichung der "Panama Papers". So sollen Steuerumgehungsmöglichkeiten mittels der Gründung und Nutzung von Briefkastenfirmen verhindert werden. Durch zusätzliche Auskunfts- und Informationspflichten sollen die Möglichkeiten der Finanzbehörden zur Feststellung von im Ausland angesiedelten Domizilgesellschaften (wie Briefkastenfirmen auch genannt werden) verbessert werden.

Die Spitzenverbände lehnten es ab, dass meldepflichtige Stellen wie Banken bei Verstößen gegen die Meldepflicht für entgangene Steuern haften sollen. Auch die Bundessteuerberaterkammer riet dazu, die Meldepflichtigen nicht zu überlasten". Zustimmung für die Neuregelung gab es dagegen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Wie der DGB plädierte auch die Deutsche Steuer-Gewerkschaft dafür, die Regelung nicht nur auf Drittstaaten, sondern flächendeckend anzuwenden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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