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Helmut Stoltenberg
SchutzAbkommen

Haager Konvention von 1954

Die Konvention "zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten" vom 14. Mai 1954 zielt auf den Schutz von "beweglichem oder unbeweglichem Gut, das für das kulturelle Erbe der Völker von großer Bedeutung ist". Die nach den Erfahrungen aus zwei Weltkriegen verabschiedete Vereinbarung enthält Verpflichtungen zur Sicherung und Respektierung dieser Kulturgüter. Ergänzt wird sie durch zwei internationale Zusatzprotokolle, die 1954 und 1999 abgeschlossen wurden. Die "Haager Konvention" schließt an ein Abkommen von 1899 beziehungsweise 1907 über "die Gesetze und Gebräuche des Landkrieges" ("Haager Landkriegsordnung") sowie die aus dem Jahr 1949 stammenden Genfer Konventionen zum Schutz von Kriegsopfern an. Von der Bundesrepublik Deutschland wurde die Konvention im Jahr 1967 ratifiziert.

Unesco-Übereinkommen zum Kulturgut von 1970

Das Unesco-Übereinkommen über Maßnahmen zum Verbot und zur Verhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut stammt vom 14. November 1970. Das Übereinkommen formuliert Grundprinzipien des internationalen Kulturgüterschutzes und postuliert das Recht jeden Staates auf Anerkennung und Schutz seines kulturellen Erbes. Dazu enthält es Mindestvorschriften für Maßnahmen gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern. Diese Maßnahmen beziehen sich sowohl auf den Schutz eigener sowie illegal importierter Kulturgüter anderer Staaten als auch auf die Herausgabe an das Ursprungsland. Die Bundesrepublik hat das Unesco-Kulturgutübereinkommen im Jahr 2007 ratifiziert.

Europäisches Kulturabkommen von 1954

In dem Europäischen Kulturabkommen, das am 19. Dezember 1954 von den Mitgliedsstaaten des Europarates unterzeichnet wurde, verpflichten sich die Vertragsparteien, die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz derjenigen europäischen Kulturgüter zu ergreifen, die sich unter ihrer Kontrolle befinden, und sie als Teil des gemeinsamen kulturellen Erbes zu betrachten. Darüber hinaus soll der Zugang zu diesen Gütern erleichtert werden. Den Formulierungen in dem Europäischen Kulturabkommen wird ein eher deklaratorischer Charakter zugeschrieben. Die Ratifizierung des Kulturabkommens durch die Bundesrepublik erfolgte 1955.

Übereinkommen zum Schutz des archäologischen Erbes

Der Schwerpunkt des Europäischen Übereinkommens "zum Schutz des archäologischen Erbes", das vom Europarat am 16. Januar 1992 verabschiedet wurde, liegt auf der gemeinsamen Nutzung des kulturellen Erbes Europas und nicht auf dem nationalen Besitz archäologisch wertvoller Güter. Es sieht Pflichten zum Schutz archäologischer Fundorte vor sowie zu Maßnahmen gegen den Handel mit Kulturgütern, die aus illegalen Grabungen stammen oder die gestohlen wurden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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