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Aufgekehrt
Eva Bräth
Rock me, irgendwann!

Real und radikal" - so wollen die Grünen um Katrin Göring-Eckardt die "Republik rocken". Passend zum Slogan "Zukunft wird aus Mut gemacht" gibt es einen radikalen Hit von Nena. Man kennt das ja von Partys: Wenn die Stimmung im Eimer ist, hilft der Griff in die 1980er-Jahre-Kiste. Schwups, fühlt man sich in die Zeit zurückversetzt, als die Öko-Partei mehr als nur "ein bisschen Frieden" wollte. Sofort singt man mit: "Wir fahren auf Feuerrädern durch die Nacht" - ohne Verbrennungsmotor, versteht sich!

Vielleicht hätte Kanzlerkandidat Stoiber 2002 gewonnen, hätte er mit "Words don't come easy to me" eine persönliche Botschaft gehabt. In Vorbereitung auf "sweet sixteen" Jahre Kanzlerschaft trällert Angela Merkel "Sie kennen mich". Da wäre Potential für das Abrocken zu "If you don't know me by now". Zugegeben, die CSU könnte da nicht mitmachen. Die Union zelebriert zwar gerade "together forever", "I just called to say I love you" säuselt aber noch niemand. Chef Seehofer, "völlig losgelöst", mit Verkehrsminister Dobrindt zu Kraftwerks "Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn"? Denkbar! Zumal das Duo mit "Hier kommt die Maut" schon abwechslungsreiche Unterhaltung aufgelegt hat.

Die Linke hat ihren eigenen Hit-Komponisten. Diether Dehms "Tausend Mal berührt, tausend Mal ist nichts passiert" ist der Soundtrack für Rot-Rot-Grün im Bund. Weil es nicht "Zoom" macht, setzt die Linke aber weiter auf "Lady in red".

Die SPD, berauscht im "Nothing gonna stop us now"-Modus, setzt auf die Devise: "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt". Vielleicht reicht das ja für ein Trio mit den Radikalrealen und den "Men at work" von der FDP.Eva Bräth

Aus Politik und Zeitgeschichte

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