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BILDUNG
Annette Rollmann
Streit über Inklusion

Die Linksfraktion ist mit ihren Forderungen nach mehr inklusiver Bildung gescheitert. Zwar sprachen sich alle Fraktionen am vergangenen Donnerstag prinzipiell für eine Förderung der inklusiven Bildung aus. Die von den Linken vorgelegten Anträge lehnte der Bundestag jedoch gemäß der Beschlussempfehlungen des Bildungs- und des Familienausschusses (18/2013, 18/8420, 18/8421, 18/8889, 18/9127, 18/12409, 18/11803) mehrheitlich ab.

Der Unions-Abgeordnete Xaver Jung (CDU) lobte einerseits die erreichten Fortschritte in der Inklusion. Allerdings machte er auch deutlich, dass Inklusion mittlerweile ein "sehr emotionsgeladenes Thema" sei. Leider mache sich "ein unseliger Aktionismus auf Kosten der betroffenen Kinder" breit. Dies führe vermehrt zu Akzeptanzproblemen bei vielen Eltern.

Rosemarie Hein (Linke) hingegen betonte den hohen Wert von inklusiver Bildung. Sie könne nur gelingen, wenn die Größe der Lern- und Betreuungsgruppen stimmen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Elfi Scho-Antwerpes sagte: "Inklusion ist etwas wie die Seele einer Gesellschaft und sollte die Seele unserer Gesellschaft sein." Jedes Kind müsse die Förderung erhalten, die es benötigt.

Özcan Mutlu (Grüne) mahnte, das Thema sei "ungeeignet für ideologische Grabenkämpfe". Er erinnerte daran, dass Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention schon vor acht Jahren unterschrieben und sich mit der Ratifizierung dazu verpflichtet habe, alle Schüler gemeinsam zu unterrichten.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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