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CHRONIK DER REFORMATION

1517: Der 33 Jahre alte Mönch und Religionsgelehrte Martin Luther (1483-1546) veröffentlicht in Wittenberg 95 auf Lateinisch abgefasste Thesen mit kritischen Hinweisen zum Ablasshandel der von Rom gesteuerten Katholischen Kirche. Angeblich hat Luther sein Pamphlet am Hauptportal der Schlosskirche angeschlagen.

1518: Rom bringt einen Ketzerprozess gegen Luther in Gang. Bei der Verhandlung in Augsburg wird der Mönch von Kardinal Thomas Cajetan (1469-1534) vernommen, ist aber nicht bereit, seine Kritik zurückzunehmen.

1520: Luther veröffentlicht seine drei reformatorischen Hauptschriften: "An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung", "De captivitate Babylonica ecclesiae" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".

1520/21: Papst Leo X. droht Luther mit Exkommunikation und verlangt weiterhin mit Nachdruck von ihm, die Thesen zu widerrufen, was er ablehnt. Kaiser Karl V. erlässt daraufhin das Wormser Edikt und verhängt die Reichsacht gegen Luther. Der Reformator findet Schutz beim sächsischen Kurfürsten Friedrich III. auf der Wartburg.

1522: Luther legt auf Anraten und mit Hilfe seines Freundes Philipp Melanchthon (1497-1560) eine deutsche Übersetzung des Neuen Testaments vor und trägt damit zur Verbreitung der Heiligen Schrift und zur Vereinheitlichung einer allgemein verständlichen deutschen Sprache bei. 1534 folgt eine Gesamtausgabe der Bibel (Altes und Neues Testament) auf Deutsch. Luther nutzt bei der Übersetzung lateinische, griechische und hebräische Quellen.

1525: In den 20er Jahren erfährt die Reformationsbewegung großen Zulauf. Die Bauern verlangen zugleich mehr Rechte und eine finanzielle Entlastung. Die in verschiedenen Regionen aufkommenden Bauernkriege fordern unter den Aufständischen schätzungsweise 70.000 Tote.

1546: Luther stirbt im Alter von 62 Jahren in Eisleben, seiner Geburtsstadt.

1555: Auf dem Reichstag in Augsburg wird die Existenz zweier Konfessionen anerkannt: Die Katholische und die Augsburgische Konfession. Der Augsburger Religionsfrieden bringt dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation eine lange Friedensperiode, während in anderen Teilen Europas religiöse Kämpfe stattfinden.

1545-1563: Kaiser Karl V. erhofft sich vom Konzil von Trient die Wiederherstellung der Einheit der Christen. Doch die teilnehmenden Päpste verfolgen andere Pläne. Im Ergebnis wird Luthers reformatorische Lehre verworfen und die Selbstbehauptung der Katholischen Kirche geplant. Das Konzil ist der Start für die sogenannte "Gegenreformation".

1568: Nachdem Philipp II. von Spanien die Niederlande übertragen bekommt, beginnt die spanische Inquisition. Wilhelm von Oranien zieht mit einem Heer gegen Spanien, und es beginnt der 80 Jahre dauernde Kampf, der erst mit einem Sonderfrieden 1648 beendet wird.

1648: Mit dem Westfälischen Frieden wird auch der Augsburger Religionsfrieden bestätigt. Die katholische und die evange lisch-lutherische Konfession werden rechtlich gleichgestellt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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