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johannes calvin
Claus Peter Kosfeld
Sittenstrenger Jurist

Er forderte die rigorose Kirchenzucht

Der Theologe, Jurist und Staatstheoretiker Johannes Calvin (1509-1564) gehörte zu einflussreichsten wie auch umstrittensten Reformatoren Europas. Sein Bemühen galt einem idealen Zusammenwirken von Staat und Kirche auf der Basis eines frommen und sittenstrengen Lebens. Calvin verfasste 1530 seine erste theologische Arbeit und geriet 1533 als Mitverfasser einer Rede in Bedrängnis, in der kirchliche Reformen gefordert wurden. Als es 1534 in Paris zu Unruhen kam und Anhänger der Reformation verfolgt wurden, floh Calvin nach Straßburg und Basel, wo er Hebräisch studierte und für die von seinem Vetter Robert Olivétan (um 1505-1538) vorgelegte Übersetzung der Bibel ins Französische ein Vorwort verfasste. Sein Lehrbuch "Institutio Christianae Religionis" (Unterricht in christlicher Religion) beinhaltete reformatorische Regeln. 1536 wurde er auf der Durchreise in Genf von dem Prediger Guillaume Farel (1489-1565) aufgefordert, in der Stadt für die Reformation zu wirken, was er auch tat. Nach Streit über die neue Form der Gottesdienste mussten Farel und Calvin Genf verlassen. Calvin ging nach Basel, dann nach Straßburg, wo er auf Initiative des Pfarrers und Reformers Martin Bucer (1491-1551) an der Nikloaikirche predigte. 1541 kam Calvin nach Genf zurück, nachdem seine Gegner gestürzt worden waren und setzte eine Kirchenordnung durch mit Sittengericht und Überwachung der Bürger. 1559 gründete er dort eine Akademie, die zum Zentrum des Calvinismus wurde. Der lungenkranke Calvin starb 1564 in Genf.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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