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Positionen der PArteien

CDU und CSU

In ihrem gemeinsamen Wahlprogramm bekennen sich die beiden Unionsparteien ausdrücklich dazu, "kein bestimmtes Familienmodell" vorschreiben zu wollen. Dazu zählen sie zwar auch die Eingetragene Lebenspartnerschaft, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare jedoch nicht.

Für die kommende Wahlperiode kündigt die Union die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz und die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Betreuung im Grundschulalter an. Zudem wollen die Unionsparteien den Kinderfreibetrag in zwei Schritten auf das Niveau des Erwachsenenfreibetrags anheben. In einem ersten Schritt soll das Kindergeld um 25 Euro pro Kind und Monat erhöht und der Kinderfreibetrag entsprechend angehoben werden. Der zweiten Schritt steht unter Finanzierungsvorbehalt. Um den Erwerb von Wohneigentum zu fördern, soll ein jährliches Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Kind über zehn Jahre gezahlt werden.

Ebenso soll ein Anspruch auf eine befristete Teilzeitbeschäftigung in Betrieben ab einer bestimmten Größe eingeführt werden. Zusammen mit den Tarifpartnern will die Union zudem die Schaffung von Lebensarbeitszeitkonten entwickeln.

SPD

Die Sozialdemokraten definieren Familie in ihrem Wahlprogramm als Gemeinschaft von Menschen, die Verantwortung für einander übernehmen. Dies gilt für die Ehe zwischen Mann und Frau und gleichgeschlechtliche Ehen, für Alleinerziehende und Patchworkfamilien.

Nach dem Willen der SPD sollen die Rechte von Kindern im Grundgesetz verankert, ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung auch für Grundschulkinder eingeführt und die Kita-Gebühren schrittweise abgeschafft werden. Zudem soll ein bundesweit gültiges Qualitätsgesetz für die Kita-Betreuung verabschiedet werden. Alle Eltern sollen 150 Euro pro Kind von ihrer Steuerlast abziehen können.

Ebenso will die SPD das Modell einer Familienarbeitszeit und eines Familiengeldes umsetzen. So sollen Paare nach der Elternzeit bis zu 24 Monate Familienarbeitszeit beantragen, wenn sie ihre Wochenarbeitszeit auf 36 bis 26 Stunden reduzieren. Als Ausgleich für den geringeren Lohn sollen sie beide 150 Euro im Monat durch den Staat gezahlt bekommen. Zusätzlich soll ein Rechtsanspruch auf Vollzeit nach einer Teilzeitbeschäftigung geschaffen werden.

Die Linke

Die Linke definiert Familie als Verantwortungsgemeinschaft zwischen Menschen gleichgültig welchen Geschlechts und unabhängig vom rechtlichen Status.

Sie fordert einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen, Gebührenfreiheit und die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz.

Verstärkt wollen die Linken gegen Kinderarmut vorgehen. So fordern sie eine Erhöhung des Kindergeldes auf 328 Euro unabhängig vom Gehalt der Eltern. Zudem soll eine eigenständige Kindergrundsicherung in Höhe von zu versteuernden 573 Euro eingeführt werden. Diese soll an die Entwicklung des Existenzminimums gekoppelt sein. Zudem will Die Linke einen Rechtsanspruch auf Vollzeit nach einer Teilzeitbeschäftigung, einen Kündigungsschutz für Eltern bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr des Kindes und kostenfreie Weiterbildungsangebote nach einer schwangerschafts- und erziehungsbedingten Berufspause. Ebenso soll der Bezug von Unterhaltsvorschuss bis zum Abschluss der Schulbildung oder der Ausbildung ausgeweitet werden.

Bündnis 90/Die Grünen

Auch die Grünen begreifen die Familie als Verantwortungsgemeinschaft zwischen Menschen unabhängig von Geschlecht und rechtlichem Status. Neben der Ehe wollen sie jedoch einen Pakt für das Zusammenleben von zwei Menschen unabhängig von einer Liebesbeziehung schaffen.

Neben der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz fordern auch die Grünen einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Eine prinzipielle Gebührenfreiheit lehnen sie allerdings ab. Die Elternzeit wollen die Grünen zu einer KinderzeitPlus weiterentwickeln. Diese soll es Eltern ermöglichen, nach dem ersten Geburtstag des Kindes ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Zudem sollen die Familien mit zwölf Milliarden Euro entlastet werden. So sollen die Regelsätze in der Grundsicherung für Kinder und Erwachsene ans Existenzminimum gekoppelt, ein Kindergeldbonus an Eltern mit niedrigen Einkommen gezahlt und das Kindergeld und die Kinderfreibeträge durch eine einkommensunabhängige Kindergrundsicherung ersetzt werden. Diese soll mit einer Individualbesteuerung gekoppelt werden. Für das Ehegattensplitting besteht aber Bestandsschutz.

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