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STAATLICHE LEISTUNGEN

Elterngeld / Elternzeit

Eltern können nach Ablauf des Mutterschutzes bis zum dritten Lebensjahr ihres Kindes bis zu zwölf Monate in Elternzeit gehen. Nimmt ein Elternteil die vollen zwölf Monate in Anspruch, kann der Partner zwei zusätzliche Partnermonate beantragen. Die beiden Elternteile können die zwölf Monate aber auch aufteilen. Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis und es besteht ein Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz.

Während der Elternzeit zahlt der Staat das Elterngeld als Lohnersatzleistung in Höhe von bis zu 67 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens in den zwölf Monaten vor der Elternzeit. Die Mindesthöhe des Elterngeldes beträgt dabei 300 Euro, die Höchstgrenze liegt bei 1.800 Euro.

Elterngeld Plus

Mit dem Elterngeld Plus können Mütter und Väter in der Elternzeit bereits wieder in Teilzeit arbeiten. Dabei reduziert sich das Elterngeld zwar um die Hälfte, wird dafür aber bis zu 24 Monate lang ausgezahlt. Wenn beide Elternteile gleichzeitig mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, gewährt der Staat einen weiteren Bonus von vier Monaten Elternzeit. Insgesamt lässt sich die Elternzeit so auf 32 Monate ausweiten. Die Elternzeit kann bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes in bis zu drei Zeitabschnitte aufteilen.

Kindergeld / Kinderfreibetrag

Eltern bekommen vom Staat entweder Kindergeld gezahlt oder es werden Kinderfreibeträge bei der Einkommenssteuer geltend gemacht. Die Entscheidung darüber wird jedes Jahr vom Finanzamt automatisch getroffen, je nach dem, was für die Eltern finanziell günstiger ist.

Kindergeld wird grundsätzlich für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, zudem für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr und für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr.

Seit dem 1. Januar 2017 beträgt das Kindergeld für das erste und zweite Kind monatlich 192 Euro. Für das dritte Kind werden 198 Euro gezahlt, für das vierte und jedes weitere Kind 223 Euro.

Der Kinderfreibetrag liegt derzeit bei 4.716 Euro. Darüber hinaus gibt es einen Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640 Euro. Beide Freibeträge werden bei der Einkommensteuerveranlagung zusammengezogen.

Bei verheirateten und steuerlich zusammen veranlagten Eltern werden derzeit 7.356 berücksichtigt. Bei getrennter steuerlicher Veranlagung wird bei jedem Elternteil ein Betrag von 3.678 Euro berücksichtigt.

Kinderzuschlag

Kinderzuschlag wird gezahlt, wenn das Einkommen der Eltern nicht ausreicht, um den Unterhalt der Kinder zu sichern. Voraussetzung für die Zahlung des Kinderzuschlags ist, dass die Eltern Kindergeld beziehen, das Einkommen beider Eltern zusammen nicht über 900 Euro brutto (600 Euro brutto bei Alleinerziehenden) liegt und das dadurch die Hilfebedürftigkeit nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch vermieden wird. Der Kinderzuschlag beträgt für jedes unverheiratete Kind bis zum 25. Lebensjahr maximal 170 Euro.

Unterhaltsvorschuss

Alleinerziehende können Unterhaltsvorschuss beantragen, wenn der zweite Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommt. Nach der Reform des Unterhaltsvorschusses in dieser Legislaturperiode ist die zeitliche Begrenzung von 72 Monaten aufgehoben und kann bis zum vollendeten 18. Lebensjahr des Kindes gezahlt werden. Ein gerichtliches Unterhaltsurteil gegen den anderen Elternteil ist nicht erforderlich.

Seit dem 1. Januar 2017 beträgt der monatliche Unterhaltsvorschuss für Kinder bis zum fünften Lebensjahr 150 Euro, bis zum elften Lebensjahr 201 Euro und bis zum 18. Geburtstag 268 Euro.

Ehegattensplitting

Durch das Ehegattensplitting wird das zu versteuernde Einkommen beider Ehepartner zu gleichen Teilen auf die Partner verteilt. Beide Einkommen werden zunächst addiert und dann halbiert. Für das halbierte Einkommen wird dann die Einkommenssteuer berechnet und verdoppelt. Das Ehegattensplitting gilt auch für Eingetragene Lebenspartnerschaften.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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