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EUROPA I
Johanna Metz
Winternothilfe für Flüchtlinge

Tausende Flüchtlinge sitzen derzeit bei extremer Kälte in Südosteuropa fest, täglich erfrieren Menschen bei Temperaturen von bis zu 25 Grad minus.

Das Europäische Parlament hat die EU und die nationalen Behörden nun aufgefordert, Nothilfe bereitzustellen, um Flüchtlingen in Notlage und ohne feste Unterkunft zu helfen. In der vergangenen Woche riefen die Abgeordneten die EU-Regierungen zudem dazu auf, ihr Versprechen einzuhalten, Tausende Asylsuchende insbesondere aus Griechenland in andere Länder umzusiedeln.

Mehrere Abgeordnete bezeichneten die Lage der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln, aber auch in Serbien und Mazedonien, als "nicht hinnehmbar". Einige fragten, wie viele Menschen den Kältetod sterben müssen, bevor die EU reagiere. Viele Abgeordnete unterstrichen, dass nur sechs Prozent der 160.000 Asylsuchenden, die aus Griechenland und Italien umgesiedelt werden sollten, bisher tatsächlich in andere Länder gebracht worden seien.

"Wir sind nicht stolz auf diese problematische Lage", erklärte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, in der Debatte. Griechenland habe jedoch genügend Finanzmittel von der EU erhalten, um diese unvorhergesehene Herausforderung zu bewältigen. Wegen "einiger Schwachstellen vor Ort" könne das Geld aber nicht auf die bestmögliche Art und Weise verwendet werden". Laut Pro Asyl harren allein in Griechenland Tausende Flüchtlinge in "unbeheizten Zelten und prekären Behausungen" aus.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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