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MENSCHENRECHTE
Alexander Heinrich
Mehr humanitäre Hilfen nach Jemen

Die Bundesregierung die humanitären Hilfen für die Bevölkerung im Jemen deutlich erhöht. Wie eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes vergangene Woche im Menschenrechtsausschuss darlegte, seien 2016 Mittel in Höhe von 33 Millionen Euro gezahlt worden, 2015 seien es noch 6,4 Millionen Euro gewesen.

In dem Land im Süden der arabischen Halbinsel kämpfen schiitische Huthi-Rebellen aus dem Norden des Landes mit Verbündeten gegen Kräfte der gewählten und international anerkannten Regierung um die Macht. Der seit Jahren andauernde Konflikt war 2014 eskaliert, als Huthis die Hauptstadt Sanaa besetzten. Seit 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis Luftangriffe gegen die Rebellen, logistische unterstützt wird es dabei von den USA, Frankreich und Großbritannien.

19 Millionen der rund 27 Millionen Einwohner seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, unterneun Millionen Kinder, sagte die Vertreterin des Auswärtigen Amtes. Es gebe zwei Millionen Binnenvertriebene, zwei Millionen Kinder hätten keinen Zugang zu schulischer Bildung. Insbesondere die durch den Konflikt beschädigten Hafenanlagen würde die Versorgung erschweren: Neben Lebensmitteln fehle es an Treibstoffen und Medikamenten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung habe keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser und adäquaten sanitären Einrichtungen sowie zu medizinischer Versorgung.

Die internationalen Hilfszusagen für das vergangene Jahr bezifferte die Sprecherin fauf 1,6 Milliarden US-Dollar, davon seien bis Ende des Jahres rund 60 Prozent auch gezahlt worden. Für 2017 sei von einem Bedarf von 1,9 Milliarden US-Dollar auszugehen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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