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Götz Hausding
Mehr Wissen über Konflikte

Die Forderung der Koalition nach einer Stärkung der Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland trifft auch bei der Opposition auf offene Ohren. Ein entsprechender Antrag von Union und SPD (18/10239) wurde am Freitag bei Enthaltung der Opposition angenommen. In der Vorlage wird die Bundesregierung unter anderem aufgefordert, die Friedens- und Konfliktforschung "weiterhin gezielt zu fördern und ihre Ergebnisse noch stärker in die Arbeit der Bundesregierung auf allen Ebenen einfließen zu lassen".

Claudia Lücking-Michel (CDU) argumentierte, die Konflikte auf der Welt hätten niemals nur eine einzige Ursache. Benötigte werde daher eine Vielzahl an Expertisen. Was die Akteure der Friedens- und Konfliktforschung angeht, so seien diese sehr unterschiedlich, sagte Lücking-Michel und regte an: "Wir sollten auch in Zukunft diese Träger in der ganzen Breite fördern."

Ralph Lenkert (Linke) verwies auf eine Studie aus dem Jahre 2012. Dort sei die Entwicklung in Syrien nicht nur nahezu prophetisch vorhergesagt, sondern auch Gegenmaßnahmen vorgeschlagen worden. "Die Studie stammt von der Bundeswehr", sagte Lenkert. Sie sei von der Bundesregierung offenbar nicht beachtet worden.

Mit dem Antrag wolle die Koalition einen Impuls setzen, um für Kontinuität und Verlässlichkeit in der Friedens- und Konfliktforschung zu sorgen, sagte Rene Röspel (SPD). Wenn der Verteidigungsetat um 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 2016 wachse, "müssten doch ein paar Millionen mehr auch für die Friedens- und Konfliktforschung möglich sein", befand er

Kai Gehring (Grüne) wies auf "eklatante Finanzierungslücken" hin. Dies sei eine Ursache dafür, dass der wissenschaftliche Nachwuchs in diesem so wichtigen Feld nicht Fuß fassen könne. "Wir dürfen uns den Verlust an Expertise nicht länger leisten", betonte Gehring.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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