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Claus Peter Kosfeld
Generalisten versus Spezialisten

Linke und Grüne sind in der vergangenen Woche im Bundestag mit Anträgen zur Reform der Pflegeausbildung gescheitert. Dass die Ausbildung angesichts der zunehmenden Bedeutung der Pflegeberufe modernisiert werden muss, ist unstreitig. Allerdings wird das von der Bundesregierung geplante generalistische Konzept anstelle der bisher getrennten Ausbildungszweige Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege von der Opposition abgelehnt. Inzwischen ist das Konzept auch innerhalb der Koalition strittig. Die SPD befürwortet die Generalistik, in der Unionsfraktion wird eher auf Spezialisten gesetzt. Der Gesetzentwurf (18/7823) liegt seither auf Eis.

Die Linke plädierte in ihrem Antrag (18/7414) für eine integrierte Ausbildung mit Schwerpunktsetzung in allgemeiner Pflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege. Ein gewisser Grad an Spezialisierung sei erforderlich. Die Bedürfnisse von Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Patienten in der Sterbephase seien unterschiedlich. Auch die Grünen sprachen sich in ihrem Antrag (18/7880) für ein integratives Konzept aus. So sollten im ersten Ausbildungsabschnitt identische Inhalte unterrichtet werden. Im zweiten Teil sollten sich die Auszubildenden spezialisieren. Die Sektoren müssten zugleich durchlässiger werden.

Erich Irlstorfer (CSU) warb für das Kompromissmodell "Zwei plus eins": Zwei Jahre generalistische Ausbildung und ein Jahr Spezialisierung. Klassische Spezialisierungen seien weiter nötig. Bettina Müller (SPD) erklärte, die Novelle sehe ja schon eine Mischform vor. Es müsse rasch eine Konsenslösung geben.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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