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CHRONIK

1918: Niederlage des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg.

1919-1920: Griechisch-türkischer Krieg endet mit dem Sieg über die griechische Invasionstruppen.

1923: Vertrag von Lausanne bringt die internationale Anerkennung der Türkei. In Ankara wird die Republik Türkei ausgerufen. Mustafa Kemal wird erster Präsident.

1924: Erste Verfassung wird verabschiedet und das Kalifat abgeschafft.

1925-1929: Kemalistische Reformen: Verbot religiöser Orden, Hutgesetz, Kalenderreform, Abschaffung des islamischen Rechts und Übernahme europäischer Gesetze, Abschaffung des Islam als Staatsreligion und des Religionsunterrichts.

1939-1945: Neutralität während des Zweiten Weltkriegs. Erst 1945 erklärt die Türkei auf Drängen der westlichen Alliierten dem Deutschen Reich den Krieg.

1950-1960: Einbindung der Türkei in den Westen wird durch Nato-Beitritt und Antrag auf Assoziierung mit der EWG vertieft. 1955 kommt es in der ersten Zypernkrise zu Ausschreitungen gegen Griechen, die zu einem erneuten Exodus führen.

1960/61: Putsch und Bildung einer Militärregierung. Beginn der "zweiten Republik" durch neue Verfassung und Stärkung der liberalen Demokratie.

1961-1971: Herausbildung eines pluralistischen Politik- und Parteienspektrums.

1963/64: Scheitern des griechischen-türkischen Gemeinschaftsstaates Zypern. Beginn der faktischen Teilung und Stationierung einer UN-Friedenstruppe.

1963: Assoziierungsabkommen der Türkei mit der EWG.

1974-1980: Wechselnde Koalitionsregierungen. Auseinandersetzungen zwischen Links- und Rechtsextremisten führen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in einigen Gebieten. Staatsbankrott wird nur mit internationaler Hilfe abgewendet.

1974/75: Besetzung Nordzyperns und Proklamation eines türkischen Staates.

1978: Gründung der marxistischen kurdischen Untergrundbewegung PKK.

1980: Militärputsch, Kriegsrecht, Verhaftung und Verurteilung von Politikern, Journalisten und Intellektuellen.

1982/83: Verabschiedung einer neuen Verfassung und Parlamentswahlen, vorsichtige Demokratisierung.

1984: Beginn des bewaffneten Kampfes der PKK. Kämpfe weiten sich im Südosten in den 1990er-Jahren zu einem "Bürgerkrieg auf niedrigem Niveau" aus.

2001: Liberalisierung der Verfassung, mehr Spielraum für Meinungsäußerung und politische Betätigung, Verbesserung der Rechtsstellung der Frau.

2003-2005: Reformpaket der AKP-Regierung, um Bedingungen für EU-Beitrittsverhandlungen zu erfüllen.

2004: Europäischer Rat beschließt Beitrittsverhandlungen mit der Türkei.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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