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Ortstermin: Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement
Lisa Brüßler
»Ehrenamt ist zweites Standbein der Demokratie«

Alexander Hoffmann (CSU) ist über das Ehrenamt in die Politik gekommen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk prägten ihn einst in seiner Jugend, als aktives Mitglied von acht Vereinen in der Heimat - vom Schriftführer bis zum Faschingsprinzen - weiß der 43-Jährige, was es bedeutet, ein Ehrenamt mit Leben und das Leben mit Ehrenämtern zu füllen. Kein Wunder also, dass dem Abgeordneten der Vorsitz im Unterausschuss für Bürgerschaftliches Engagement ein Herzenswunsch war, wie er bei der konstituierenden Sitzung vergangene Woche sagte. Dass er zur konstituierenden Sitzung auch gleich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) begrüßen konnte, sage viel über die Bedeutung des Unterausschusses aus, hob der neue Vorsitzende hervor.

Die Ministerin betonte die große Rolle des Ehrenamts. Bereits 30 Millionen Bürgerinnen und Bürger brächten sich ehrenamtlich ein. "Das ist eine Zahl, die nicht bei allen im Bewusstsein ist und die auch stärker in die Bevölkerung hineindringen muss, denn diese Menschen sind Vorbilder für andere." In ihrem Ministerium gäbe es eine eigene Abteilung für Demokratie und die Stärkung des Ehrenamts. Vor allem ginge es dabei um partnerschaftliche Zusammenarbeit und das Zusammenführen verschiedener Programme: "Die Idee ist nicht, Formate für bestimmte Gruppen, wie etwa Geflüchtete zu machen, sondern Chancenpatenschaften zu schaffen, für all diejenigen, die Hilfe brauchen", sagte sie. Auch eine deutsche "Engagement-Stiftung" sei für 2019 in Planung. Diese solle die Zusammenarbeit zwischen Bund und Bürgern stärken, kündigte die Ministerin an.

Wodurch kann ehrenamtliches Engagement noch mehr gefördert werden? Und wie kann das Thema in den parlamentarischen Entscheidungsprozessen verankert werden? Darum werde es im Ausschuss genauso gehen, wie um den zweiten Engagementbericht der Bundesregierung, sagte der Vorsitzende mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Frage, wie ehrenamtlich aktive Menschen die Möglichkeit bekommen können, persönlich im Ausschuss vorzusprechen. Die Beratungen des Unterausschusses sind grundsätzlich nicht öffentlich. In der vergangenen Wahlperiode gab es aber einige öffentliche Termine und dies wolle man auch beibehalten, sagte Hoffmann.

Das Gremium ist ein Unterausschuss des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in erheblichem Umfang für gesellschaftliche Belange", sagte die Familienausschuss-Vorsitzende Sabine Zimmermann (Die Linke). "Unsere Aufgabe ist es, ehrenamtliches Engagement durch förderliche Rahmenbedingungen zu unterstützen und zu erleichtern." Neben Hoffmann amtiert Katrin Werner (Die Linke) als stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses. In der vergangenen Legislaturperiode leiteten Willi Brase (SPD) als Vorsitzender und Ingrid Pahlmann (CDU) als stellvertretende Vorsitzende den Unterausschuss. Erstmals wurde das Gremium im Jahr 2003 eingesetzt. Damit gibt es ihn bereits zum fünften Mal.Lisa Brüßler

Aus Politik und Zeitgeschichte

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