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Karl
Alexander Weinlein


Karl Artelt

Seine letzten Jahre bis zu seinem Tod 1981 verbrachte Karl Artelt im Seniorenheim "Clara Zetkin" in Halle/Saale. Damit hatte sich der Kreis seines politischen Lebens auch namentlich geschlossen. Schon während seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser bringt dem 1890 in Salpke bei Magdeburg geborenen Arbeiterkind der spätere Dichter Erich Weinert das "Einmaleins des Marxismus" bei. Als 18-Jähriger tritt Artelt der SPD bei, wechselte später zur USPD, gehörte 1919 zu den Gründungsmitgliedern der KPD in Magdeburg und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg SED-Mitglied in der DDR. Nach seiner Ausbildung arbeitet er als Heizer auf Handelsschiffen, seinen Militärdienst leistet er beim Ostasiengeschwader ab. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird er erneut zur Marine in Kiel eingezogen, an die Germaniawerft abkommandiert und nach seiner Teilnahme an Streiks im März 1917 zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt. Nach Haft und Dienst in einer Strafkompanie in Flandern wird Artelt erneut nach Kiel versetzt.

Zusammen mit dem Kieler USPD-Politiker Lothar Popp führt Artelt im November 1918 schließlich den Kieler Matrosenaufstand an und gründet den ersten Soldatenrat. Als dessen Repräsentant nimmt er den Verhandlungen mit Gouverneur Wilhelm Souchon teil und sorgt durch seinen persönlichen Einsatz dafür, dass sich Truppen, die zur Niederschlagung des Aufstandes entsendet werden, sich den Revolutionären anschließen. Von Dezember bis Anfang Januar 1919 leitet er schließlich als Vorsitzender den Obersten Soldatenrat. aw

Aus Politik und Zeitgeschichte

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