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Erich
Helmut Stoltenberg


Erich Ludendorff

Als "deutsche Verhängnisgestalt" wird er beschrieben, als "Totengräber des Kaiserreichs", als "Diktator im Ersten Weltkrieg": Erich Ludendorff, als Generalquartiermeister treibende Kraft der dritten Obersten Heeresleitung, die der Berufsoffizier gemeinsam mit Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg 1916 übernommen hatte mit dem Ziel der "absoluten Kriegsführung". Damals galten die beiden Sieger der Tannenberg-Schlacht in Ostpreußen vom August 1914 als nationale Heldenfiguren. Am 26. Oktober 1918 wurde Ludendorff gleichwohl entlassen - nachdem er in den Wochen zuvor erst auf ein Waffenstillstandsangebot Deutschlands und eine Parlamentarisierung des Reichs gedrängt hatte, dabei die Verantwortung für die Niederlage auf die demokratischen Parteien abzuwälzen suchte, um dann angesichts der geforderten de-facto-Kapitulation eine Fortsetzung des "Widerstands mit äußersten Kräften" zu verlangen.

Maßgeblich mitverantwortlich für die so republikschädliche "Dolchstoßlegende" (siehe Seite 10), machte Ludendorff 1923 gemeinsame Sache mit Adolf Hitler beim gescheiterten Putschversuch vom9. November, wurde aber im darauf folgenden Hochverratsprozess freigesprochen und saß von 1924 bis 1928 für die "Nationalsozialistische Freiheitspartei" im Reichstag. 1925 trat er bei der Wahl des Reichspräsidenten an, blieb aber mit 1,1 Prozent der Stimmen weit abgeschlagen. 1865 als Sohn eines Rittergutsbesitzers in der preußischen Provinz Posen geboren, starb Ludendorff 1937 mit 72 Jahren in München. sto

Aus Politik und Zeitgeschichte

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