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Rosa
Ernst Piper


Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 in der polnischen Kleinstadt Zamosc geboren, die damals zum Zarenreich gehörte. 1888 ging sie zum Studium nach Zürich, wo sie 1897 mit einer Arbeit über die industrielle Entwicklung Polens promoviert wurde. 1898 übersiedelte sie nach Berlin. Nachdem sie zuvor in der polnischen Sozialdemokratie gewirkt hatte, schloss sie sich nun der SPD an und konnte dort sehr rasch großes Ansehen als Theoretikerin, Publizistin und Wahlkämpferin gewinnen. Schon früh war sie auch in der Sozialistischen Internationale aktiv.

Als profilierteste Vertreterin des kleinen linken Flügels kämpfte sie in der SPD gegen den Revisionismus und für Massenstreiks als politisches Kampfmittel. Als die Reichstagsfraktion der SPD am 4. August 1914 den Kriegskrediten zustimmte, kam es zu einer grundsätzlichen Entfremdung und 1917 zur Spaltung der Partei. Luxemburg, die die Kriegszeit zum großen Teil im Gefängnis verbracht hatte, gehörte am 31. Dezember 1918 zu den Gründern der KPD. Sie plädierte für eine sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats, lehnte aber den roten Terror der bolschewistischen Revolution in Russland ab. Sie hielt eine Revolution nur für legitim, wenn sie von der großen Mehrheit der Arbeiterschaft getragen war. Deshalb lehnte sie den Januaraufstand ab, lehnte es aber auch ab, sich in Sicherheit zu bringen, wie ihr von Freunden geraten wurde. Am 15. Januar 1919 wurde sie gemeinsam mit Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. Ernst Piper

Aus Politik und Zeitgeschichte

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