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Karl
Winfried Dolderer


Karl Liebknecht

Agitator, Parlamentarier, Revolutionär, Märtyrer. Sein gewaltsamer Tod im Januar 1919 hat Karl Liebknecht zu einer Ikone der Linken werden lassen. Es war indes der hartnäckige und zunächst einsame Widerspruch gegen den Ersten Weltkrieg, aus dem zu Lebzeiten bereits Liebknechts Ruhm erwuchs, der ihm die Ächtung der SPD-Mehrheit im Reichstag und mehr als zwei Jahre Zuchthaus eintrug.

Geboren 1871 als Sohn des SPD-Mitbegründers Wilhelm Liebknecht in Leipzig, studierte Karl von 1890 bis 1893 in seiner Geburtsstadt sowie in Berlin Rechtswissenschaft, erwarb 1897 den Doktortitel und ließ sich 1899 in der Berliner Chaussee- straße als Anwalt nieder. Zwei Jahre nach seinem Beitritt zur SPD wurde er 1902 sozialdemokratischer Stadtverordneter, zog 1908 ins Preußische Abgeordnetenhaus und 1912 in den Reichstag ein.

Liebknechts Lebensthema war der Kampf gegen Aufrüstung und die Dominanz des Militärs im wilheminischen Reich. Für seine Schrift "Militarismus und Antimilitarismus" wurde er 1907 wegen Hochverrats zu anderthalb Jahren Festungshaft verurteilt. Im Prozess äußerte er, auch der Kaiser dürfe den Truppen keine verfassungswidrigen Befehle erteilen.

Im Dezember 1914 verweigerte Liebknecht erstmals als einziger Reichtagsabgeordneter neuen Kriegskrediten seine Zustimmung. Als einziger Abgeordneter wurde er deswegen selber zum Militär eingezogen. Als Organisator und Hauptredner einer Anti-Kriegs-Kundgebung im Mai 1916 verschwand Liebknecht bis zum Oktober 1918 hinter Gittern.

Anfang 1919 beteiligte er sich an der Gründung der KPD sowie am Berliner Spartakus-Aufstand. Gemeinsam mit Rosa Luxemburg wurde er am 15. Januar von Freikorps-Soldaten ermordet. wid

Aus Politik und Zeitgeschichte

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