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Clara
Claudia Heine


Clara Zetkin

Im August 1932 eröffnete zum ersten Mal eine Frau den neugewählten Reichstag. Clara Zetkin gehörte diesem bereits seit 1920 als Abgeordnete der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) an. In dieser Rede rief sie den Reichstag nicht nur dazu auf, das Präsidialkabinett der Regierung Papen zu stürzen. Sie forderte außerdem den Zusammenschluss aller demokratischen Kräfte gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus.

Clara Zetkin kämpfte ihr Leben lang nicht nur für die Überwindung des Kapitalismus, sondern auch für die Emanzipation der Frauen. Als Führungsfigur der proletarischen Frauenbewegung initiierte sie den ersten Internationalen Frauentag, der seit 1911 begangen wird und kämpfte schon früh für das Frauenwahlrecht (siehe Text oben).

1857 in Sachsen geboren, besuchte sie ab 1874 das von der Frauenrechtlerin Auguste Schmidt geleitete Lehrerinnenseminar in Leipzig, hörte im Arbeiterbildungsverein Vorträge von August Bebel und begeisterte sich für die Ideen der Sozialdemokratie. 1878 trat sie in die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), später SPD, ein und initiierte, auch auf internationaler Ebene, verschiedene sozialistische Frauenkongresse. 1915 wurde sie im Zusammenhang mit einer Anti-Kriegs-Konferenz und wegen der Verteilung von Flugblättern verhaftet und wegen Landesverrats angeklagt.

Die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten im Jahr 1914 führte jedoch zum Bruch mit der Partei. 1919 trat sie der KPD bei, zu deren Führungszirkel sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1933 gehörte. che

Aus Politik und Zeitgeschichte

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