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Landwirtschaft
Jan Eisel
Digitale Agrarwelt

Der Agrarsektor soll nicht den digitalen Anschluss verlieren. Dazu hat die FDP vergangenen Donnerstag einen Antrag zur Digitalisierung in der Landwirtschaft (19/436) vorgelegt, der die Bereitstellung einheitlicher, maschinenlesbarer Geo-, Wetter- und Katasterdaten für die Landwirte fordert. Carina Konrad (FDP) betonte die Bedeutung einheitlicher Schnittstellen, die für eine reibungslose Datenübertragung sowie die Entwicklung von Anwendungen zur Auswertung und Weiterverwendung großer Datenmengen erforderlich seien. Die Bundesregierung habe bisher zu wenig getan, so die FDP. Viele Höfe seien bis heute von leistungsfähigen Internetanschlüssen abgeschnitten.

Hans-Georg von der Marwitz (CDU) betonte indes die Frage nach der Datenhoheit: "Die Landwirte dürfen nicht die Kontrolle verlieren." Jede Neuerung müsse netzneutral und technologieoffen betrieben werden. Rainer Spiering (SPD) resümierte, dass die Digitalisierung des ländlichen Raumes nicht vorankomme und griff die Deutsche Telekom AG an, die das Land vernachlässige. Kritisch äußerte sich die AfD darüber, dass die Digitalisierung nicht zum Kontrollinstrument der Konzerne und des Staates werden dürfe. Kristen Tackmann (Die Linke) befürchtete, dass nur landwirtschaftsfremde Investoren in der Lage seien, die erforderlichen Ausgaben zu stemmen. Harald Ebener (Bündnis 90/Die Grünen) sah eine Zunahme der Marktmacht in den Händen weniger Unternehmen, die zu Problemen führen werde. Der Antrag wurde in den Landwirtschaftsausschuss überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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