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Arbeit
Claudia Heine
Streit über Arbeitszeit

Aus Sicht von Jutta Krellmann (Die Linke) ist die Zeit "reif", um die gesetzliche Wochenhöchstarbeitszeit auf 40 Stunden zu reduzieren. Über einen entsprechenden Antrag (19/578) ihrer Fraktion debattierte der Bundestag in der vergangenen Woche in erster Lesung und es zeigte sich, dass die Forderung bei den anderen Fraktionen derzeit nicht mehrheitsfähig ist.

Da nutzte es auch nichts, dass Krellmann auf die rund 1,7 Milliarden Überstunden verwies, die jährlich in Deutschland anfallen und die nach ihren Berechnungen für eine Million zusätzliche Vollzeitstellen reichen würden. "Es ist genug Arbeit da, es ist nur falsch verteilt", befand sie.

Wilfried Oellers (CDU) warf der Linken vor, zu übersehen, dass viele Beschäftigte auch gerne mehr als 40 Stunden arbeiten würden. Die Forderung der Linken schränke deshalb nicht nur die Freiheit der Unternehmen, sondern auch jene der Beschäftigten ein. Wie Oellers appellierte auch Dagmar Schmidt (SPD) dafür, statt neue, starre Regelungen zu schaffen, die Tarifpartner zu stärken, da jede Branche unterschiedliche Bedürfnisse habe.

Uwe Witt (AfD) kritisierte, die Linke kenne die Probleme der kleinen und mittleren Unternehmen nicht und forderte eine variable monatliche Höchstarbeitszeit. Ähnlich argumentierten Carl-Julius Cronenberg (FDP) und Mario Mieruch (fraktionslos), die ebenfalls eine Flexibilisierung der Arbeitszeitgesetze forderten. Beate Müller-Gemmeke (Grüne) forderte, den Beschäftigten mehr Zeitsouveränität bei der Gestaltung ihrer Arbeit zu gewähren, "damit Arbeit besser ins Leben passt".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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