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pestizideinsatz
Johan Eisel
Kontroverse über Pflanzenschutz

Die Grünen kritisieren den seit Jahren auf hohem Niveau verharrenden Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden. Harald Ebner machte im Namen seiner Fraktion alarmierende Tendenzen aus: "Die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland sind im Bestand gefährdet." Die Fraktion forderte am Donnerstag in einem Antrag (19/835), den Einsatz von Pestiziden deutlich zu reduzieren. Ziel müsse die Senkung um 40 Prozent innerhalb der nächsten vier Jahre sein. Glyphosat, Glufosinat und bienengefährdende Neonicotinoide sollen darüber hinaus verboten werden.

Für die Union warnte Hermann Färber davor, durch den Antrag einen Keil zwischen den ökologischen und konventionellen Anbau zu treiben. So sparsam wie möglich müsse die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in beiden Bereichen sein. Rita Hagl-Kehl (SPD) betonte, dass die Einschränkung des Glyphosateinsatzes in den Koalitionsverhandlungen vereinbart worden sei und die konventionelle Landwirtschaft ökologischer werden müsse.

Stephan Protschka (AfD) kritisierte, dass die Grünen nur Verbote und Strafen verlangen würden. Der bedarfsgerechte Pestizideinsatz sei aber erforderlich, um eine wirtschaftliche Landwirtschaft zu ermöglichen. Verbotspolitik trage nur zum Höfesterben bei. Carina Konrad stellte für die Liberalen fest, dass die Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln ohnehin im Interesse der Landwirte sei. Als tickende Zeitbombe bezeichnete hingegen Amira Mohamed Ali (Die Linke) den Pestizideinsatz. "Wir brauchen die Agrarwende jetzt", sagte sie. Als "Angstmache" bezeichnete Frauke Petry (fraktionslos) den Grünen-Vorstoß. Viele Bürger hätten kein Problem damit, konventionell erzeugte Lebensmittel zu kaufen. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung an den Agrarausschuss überwiesen.eis

Aus Politik und Zeitgeschichte

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