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Vor 20 Jahren...
Benjamin Stahl
Mächtig wie einst Strauß

16.1.1999: Stoiber zum CSU-Chef gewählt Das lange Ringen um Macht in der CSU - am 19. Januar ist es vorerst zu Ende. Nachdem Markus Söder Horst Seehofer bereits als bayerischen Ministerpräsidenten beerbt hat, wird er von ihm voraussichtlich auch das Amt des Parteichefs übernehmen. Damit ist Schluss mit der Doppelspitze in der CSU - wie vor fast genau 20 Jahren schon einmal. Am 16. Januar 1999 wurde Ministerpräsident Edmund Stoiber mit 93,4 Prozent auf einem Sonderparteitag zum neuen CSU-Chef gewählt. Erstmals seit dem Tod von Franz Josef Strauß 1988 waren damit beide Ämter wieder in einer Hand. Wie nun Seehofer hatte damals Theo Waigel zuvor seinen Rücktritt angekündigt. Grund war das für CSU-Verhältnisse schlechte Ergebnis bei der Bundestagswahl 1998. 47,7 Prozent holten die Christsozialen in Bayern. Bei der Landtagswahl sechs Wochen zuvor waren es noch 52,9 Prozent. Waigel, damals Bundesfinanzminister, verlor an Rückhalt. Stoiber galt im Freistaat als "Lichtgestalt". Dass es zwischen beiden seit langem rumorte, wurde auf dem Parteitag sichtbar: So wurde Stoiber den Delegierten nicht von Waigel vorgeschlagen, sondern vom Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion, Alois Glück. In seiner Abschiedsrede stichelte Waigel in Richtung Stoiber: "Leichter hast du's, weil du über einen direkten Draht zum Ministerpräsidenten verfügst und der immer hinter Dir steht." Umgekehrt hielt Stoiber keine Dankesrede an seinen Vorgänger. Das übernahm Horst Seehofer.Benjamin Stahl

Aus Politik und Zeitgeschichte

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