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Claus Peter Kosfeld
Kurz REZENSIERT

Der Groschen fällt spät, aber immerhin: Selten kritisieren ehemalige Spitzenmanager ihre früheren Arbeitgeber so unbarmherzig und grundsätzlich, wie Harald Sükar das in seinem Buch "Die Fast Food Falle" tut. Streng genommen kritisiert der Österreicher nicht das Unternehmen McDonalds an sich, das ja auch seine guten Seiten habe, sondern dessen Produkte, die er, mit reichlich Verspätung, als besonders gesundheitsschädigend identifiziert hat. McDonalds, lautet sein bissiges Fazit nach 13 Jahren als Manager des global agierenden US-Konzerns, verdient massenweise Geld mit dem Verkauf von Billigessen, das einem Giftcocktail gleicht, süchtig, dick und krank macht.

Für die Eltern zahlloser Kinder hierzulande hat der plötzlich hellsichtige Manager eine unbequeme Botschaft: "Geht nicht hin zu den Fast-Food-Riesen. Schon gar nicht mit Euren Kindern. Nicht einmal ausnahmsweise." Denn, so wird in dem Buch nahegelegt, Fast Food könnte letztlich sogar als eine Form von Kindesmisshandlung angesehen werden. Kinder, lautet die diabolische Botschaft, werden trickreich angelockt und dauerhaft beschädigt. "Kriegst Du die Kinder, gehören sie Dir auf ewig."

Die umfangreichen Warnungen vor Zucker ("weißes Gift"), Fett, Salz und künstlichen Phosphaten als potenziellen Suchtstoffen werden faktenreich und anschaulich dargestellt. Kurzweilig lesen sich Sükars Ausflüge in die Geschichte der Firma, die als kleine Burger-Braterei der Brüder Richard und Maurice McDonald in Kalifornien begann, und seine Erklärungen zum Erfolgsrezept des Fast-Food-Giganten. Vor allem billig musste die Produktion sein und straff durchorganisiert, getragen von Mitarbeitern mit dem richtigen "Spirit". Warum gerade der Ex-Manager, der sich lange als Teil der Fast-Food-Familie verstanden hat, nun als Warner und Mahner vor industriell gefertigter Nahrung auftritt, bleibt freilich unscharf.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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