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Aschot Manutscharjan
Kurz Notiert

Unter den zahlreichen Büchern, die derzeit über "Künstliche Intelligenz" (KI) erscheinen, sticht das Buch des Physikers und Philosophen Armin Grunwald heraus. Der Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Bundestag informiert über mögliche Folgen der Digitalisierung und den wachsenden Einfluss der Algorithmen. Nüchtern und sachlich stellt er ihre Rolle in allen Bereichen unseres privaten und öffentlichen Lebens auf den Prüfstand.

Das Buch ist gut strukturiert und enthält viele Begriffserklärungen. Auch der technische Laie vermag den Ausführungen des Autors zu folgen und kann sich künftig unter der "Beschleunigungsspirale der Innovation" oder dem Kontrollverlust der Menschen durch KI etwas vorstellen. Sorgen bereitet Grunwald vor allem der Einsatz von KI als Überwachungstechnologie. Auch wenn es keinen "Großen Bruder" wie in George Orwells Roman "1984" gibt, an der umfassenden (Gedanken-)Kontrolle der Menschen wird in China fleißig gearbeitet.

Werden die Roboter bessere Pflegekräfte sein als die Menschen, nur weil sie unermüdlich arbeiten können und nie schlechte Laune haben? Wer garantiert, dass uns die autonomen Autos sicherer durch den Verkehr fahren, auch wenn die Internetverbindung abreißt? Und wenn die KI immer eigenständiger handeln kann, wer verantwortet ihre Entscheidungen? "Werden die Menschen in Zukunft der Technik dienen, weil sie auf Gedeih und Verderb von ihr abhängig geworden sind?" So lauten einige der wichtigen Fragen Grundwalds. Wichtig sind seine Überlegungen vor allem deshalb, weil er nicht nur die möglichen Bedrohungen durch KI aufzeigt, sondern gleichzeitig Empfehlungen und Strategien entwickelt, wie die Menschen die Technik im Griff behalten können. Die "Risiken und Nebenwirkungen" der KI müssten genau überprüft werden. Schließlich seien auch globale Probleme wie das Ozonloch, die Versauerung der Ozeane oder der Klimawandel von Menschen durch den Einsatz "reibungslos funktionierender Technik verursacht" worden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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