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Pflege
Claus Peter Kosfeld
Wertschätzung eingefordert

Gesundheits- und Sozialexperten fordern mehr Wertschätzung für die Pflegeversorgung und eine bessere Bezahlung der Fachkräfte. Zudem wiesen Fachleute vergangene Woche in einer Anhörung über zwei Anträge (19/19136; (19/18957) der Grünen-Fraktion auf die wichtige Rolle der pflegenden Angehörigen hin.

Die Grünen-Fraktion fordert Entlastungen für professionelle Pflegekräfte und pflegende Angehörige. Mehrere Fachleute unterstützten die Anträge. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) erklärte, die Wertschätzung der Pflege müsse sich dringend in besseren Arbeitsbedingungen und in tariflicher Bezahlung widerspiegeln. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) befand, Wertschätzung und Entlastung seien die wesentlichen Bedingungen dafür, Pflegende an die Kliniken zu binden und neue Pflegekräfte zu rekrutieren. Laut DKG bezahlen alle Krankenhäuser ihre Pflegekräfte nach Tarif. Zudem sei unlängst mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine Bonuszahlung für in der Coronakrise besonders belastete Pflegekräfte in Höhe von insgesamt 100 Millionen Euro vereinbart worden.

Die Arbeitsforscherin Tine Haubner von der Universität Jena stellte fest, dass Angehörige den größten und kostengünstigsten Pflegedienst stellten. Von den rund 3,4 Millionen Pflegebedürftigen würden drei Viertel nur oder auch von Angehörigen versorgt. Die Mehrheit der privaten Pflegepersonen sei weiblich und nahezu im Umfang einer Vollzeitbeschäftigung in die Pflege eingebunden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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